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	<title>Blaue Augen</title>
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	<description>Berliner Kunstberichte</description>
	<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 15:57:30 +0000</pubDate>
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		<title>Pantograph</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 13:29:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Svenja Moor</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Tina Borns aktuelle Installation verwandelt das Breker-Atelier im Käuzchensteig

Tina Born: Pantograph, 2008
Alle Rechte vorbehalten: die Künstlerin
Bekannt ist das Ateliergebäude am Berliner Käuzchensteig unter dem Namen „Breker-Atelier“. „Auf Wunsch des Führers“, wie es in der Bauakte des von 1939 bis 1942 errichteten Gebäudes heißt, wurden Arno Breker hier großzügige Räumlichkeiten für die Arbeit an seinen monumentalen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Tina Borns aktuelle Installation verwandelt das Breker-Atelier im Käuzchensteig</em></p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2008/03/detailfenster_270.jpg" title="Tina Born: Pantograph, 2008"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2008/03/detailfenster_270.jpg" alt="Tina Born: Pantograph, 2008" /></a><br />
Tina Born: Pantograph, 2008<br />
Alle Rechte vorbehalten: die Künstlerin</p>
<p>Bekannt ist das Ateliergebäude am Berliner Käuzchensteig unter dem Namen „Breker-Atelier“. „Auf Wunsch des Führers“, wie es in der Bauakte des von 1939 bis 1942 errichteten Gebäudes heißt, wurden Arno Breker hier großzügige Räumlichkeiten für die Arbeit an seinen monumentalen Skulpturen zur Verfügung gestellt. Der aus mehreren Atelierräumen bestehende Bau des Architekten Hans Freese bezieht sich dabei auf das kurz vorher von Albert Speer in Baldham/Bayern errichtete Atelier für den Bildhauer Josef Thorak. Der westliche Flügel der Anlage, die ehemalige Steinhalle, wird bis heute als Atelier genutzt. Er ist der Ort von Tina Borns aktueller Installation.</p>
<p>Der über zehn Meter hohe Raum wird von einer gewaltigen seitlichen Eingangstür und einem nicht weniger großen, die Rückwand durchbrechenden Fenster dominiert. Der überdimensionale Architekturmaßstab wird schon beim Griff nach der Türklinke erfahrbar. Fenster und Tür bilden die Referenzpunkte der Installation „Pantograph“. Das sechs Meter hohe und drei Meter breite Fenster setzt hoch über dem Boden an, der Blick hinaus geht in Himmel und Baumgeäst. Diesem Fenster hat Tina Born ein maßstabgetreues zweites angefügt, das aus der Senkrechten in den Raum hinein gekippt ist. Im angefügten Rahmen ersetzen hochglänzende schwarze Plexiglasplatten das durchsichtige Fensterglas, so dass anstelle eines zweiten Fensters ein schwarzer Spiegel entsteht, der das Licht nicht durchlässt, sondern reflektiert. Solange es draußen hell ist, verhalten sich das transparente Tagesfenster und das dunkle Nachtfenster wie ein gegensätzliches Brüderpaar. Mit einbrechender Dämmerung verringert sich der Unterschied zwischen ihnen, und mit dem Verschwinden des letzten Lichtstrahls wird das Tagesfenster ebenfalls zur schwarzen Spiegelfläche: Zwischen beiden Fenstern beginnt ein beziehungsreiches Spiel von Reflexionen und Brechungen des erleuchteten Innenraums.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2008/03/knocking_270.jpg" title="Tina Born: Pantograph, 2008 (Motiv der Einladungskarte)"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2008/03/knocking_270.jpg" alt="Tina Born: Pantograph, 2008 (Motiv der Einladungskarte)" /></a><br />
Tina Born: Pantograph, 2008<br />
Alle Rechte vorbehalten: die Künstlerin</p>
<p>Ein Pantograph ist ein Apparat, mit dem sich Zeichnungen und Skulpturen in einen beliebigen Maßstab übertragen lassen. Breker benutzte den Pantographen als eine Vergrößerungsmaschine, die es ihm ermöglichte, die noch handhabbaren skulpturalen Entwürfe und Prototypen in einen überdimensionalen Maßstab zu übertragen. Pantographisch ist auch Tina Borns Strategie der Duplikation, doch beabsichtigt diese Strategie nicht die Überwältigung, sondern ein Hinterfragen des Wahrgenommenen.</p>
<p>Tina Born hat sich in ihrer künstlerischen Arbeit vielfach mit den Besonderheiten bestimmter Räume auseinandergesetzt. Ziel ihrer Rekonstruktionen und Nachbauten ist jedoch nicht Simulation, sondern eine abstrahierte Form, in der sich die wahrnehmbaren Charakteristika eines Ortes verdichten. Schwarz spielt dabei immer wieder eine zentrale Rolle, insbesondere dann, wenn es in Verbindung mit einer glatten Oberflächenstruktur zum Spiegel wird. Die schwarzen Objekte von Tina Born sind wie Nachbilder, wie Reaktionen auf eine vorgefundene räumliche oder plastische Form, die ihre Wirkung – ihrer unbestrittenen physischen Präsenz zum Trotz – weniger in der Außenwelt, als vielmehr in der Wahrnehmung des Betrachters entfalten. Dort entpuppen sie sich häufig als subtile Fallen, die unsere Wahrnehmung gefangen halten.</p>
<p><em>Noch bis  16. März, donnerstags bis samstags, 15 bis 19 Uhr, in der Steinhalle, Käuzchensteig 12, 14195 Berlin</em></p>
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		<title>Berlin Mitte: „I feel like a fresh croissant“</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 21:35:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Henninger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Kris Vleeschouwer: &#8222;50 Cents&#8220;, 2007
interactive sculpture, kiddie ride, revolver, mechanism, electronics, plexiglass
181 x 128 x 103 cm (h x d x w)
Courtesy Galerie Barbara Thumm
Die großformatigen Gemälde Roman Lipskis, die am sehr schönen neuen Standort der Galerie Birgit Ostermeier in der Brunnenstraße 10 im Hinterhof ausgestellt sind, strahlen Ruhe aus. Die Motive erscheinen zunächst trist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2008/02/c2024_2.jpg" title="Kirs Vleeschouwer: „50 Cents“ , kleiner"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2008/02/c2024_2.jpg" alt="Kirs Vleeschouwer: „50 Cents“ , kleiner" /></a></p>
<p>Kris Vleeschouwer: &#8222;50 Cents&#8220;, 2007<br />
interactive sculpture, kiddie ride, revolver, mechanism, electronics, plexiglass<br />
181 x 128 x 103 cm (h x d x w)<br />
Courtesy Galerie Barbara Thumm</p>
<p>Die großformatigen Gemälde Roman Lipskis, die am sehr schönen neuen Standort der <a href="http://www.birgitostermeier.com">Galerie Birgit Ostermeier</a> in der Brunnenstraße 10 im Hinterhof ausgestellt sind, strahlen Ruhe aus. Die Motive erscheinen zunächst trist und grau: es sind verlassene, leicht vor sich hinbröselnde Industrie- und Wohnbauten mit schwarzen Fensteröffnungen, die suggerieren, dass hier niemand mehr arbeitet oder wohnt. Kleine Details, wie beispielsweise ein aufgespannter Sonnenschirm, lassen hingegen die Anwesenheit des Menschen erahnen, der auf den hier ausgestellten Bildern jedoch nie zu sehen ist. Zu sehen sind vielmehr dessen mehr oder weniger geglückte Gestaltungsversuche der Landschaft. Mal ist ein Weg als Schneise in ein Waldstück geschlagen, mal schlängelt sich ein Drahtzaun über einen Graben. Die Bilder strahlen Einsamkeit und Tristesse aus, was an manchen Stellen jedoch ins Romantische kippt.<br />
Die Stimmung verändert sich, wo unvermittelt zwei von innen heraus rot strahlende Büsche einen Gebäudekubus einrahmen. Diese Arbeit ist gegenüber bei <a href="http://www.artnews.org/projects">Artnews Projects</a> zu sehen und hier kommt eine zweite Ebene zum Vorschein, die sich auch in rosa und gelb leuchtenden Himmeln andeutet und die vermeintliche Trostlosigkeit konterkariert. Es gibt Hoffnung.</p>
<p>Nebenan bei <a href="http://www.klemms-berlin.com">Klemm’s</a> (sic!), vormals Amerika, was vielleicht diesen merkwürdigen Apostroph erklärt, sind unter dem Titel „Spektakel“ Arbeiten von Viktoria Binschtok zu sehen. Die Künstlerin setzt sich in dieser als Zyklus konzipierten Arbeit kritisch mit den Erscheinungen der hypermodernen Gesellschaft auseinander. Sie hat aus Nachrichtenvideos aus dem Internet den Moment isoliert, indem das Blitzlichtgewitter der Fotografen auf der Jagd nach dem entscheidenden Bild so hell ist, dass die Nachricht fast ausgelöscht wird. Um die Überbelichtung zu betonen, werden die light-jet-prints hinter Acryl gezeigt, der Ausstellungsraum ist abgedunkelt und die einzelnen Bilder sind jeweils von einem Spot angeleuchtet. Wie auf eine Bühne gehoben, verschwimmt der ausgewählte, für die Nachrichtenwelt angeblich so wichtige Moment dennoch im Ungewissen. Was also ist die Nachricht wert und welche Information wird transportiert?</p>
<p>Bei <a href="http://www.duvekleemann.com">duvekleemann</a> ist der zweite Teil einer Serie mit dem Titel „Mediale Reflektionsräume: Positionen zeitgenössischer Videokunst“ zu sehen, die u. a. Arbeiten junger Künstler aus Berlin zeigt. Halina Kliem, geboren 1976, präsentiert ihre Arbeit „fuck, it looked so appealing on the package“. Hellgrün bzw. leuchtend blau hinterlegt, wird in einer Art stream of consciousness ein englischer Text auf das jeweilige Farbfeld getippt. Das Lauftempo der beiden Rücken an Rücken gezeigten Arbeiten variiert, manchmal werden Worte wieder gelöscht und der Cursor springt unvermittelt zurück. Beide Videos sind geloopt, wodurch sich die hier schnell notierten Gedanken wiederholen und eindringlich ins Gedächtnis des Betrachters einbrennen. Schnell kristallisiert sich ein Lieblingssatz heraus: „I feel like a fresh croissant“.<br />
Die sehr persönlichen Sätze des unsichtbaren Schreibers kreisen um Großstadt, Einsamkeit und komplizierte Liebschaften; sie lassen im Kopf des Betrachters sofort eigene Bilder entstehen. Über den Text wird also unmittelbar ein innerer Film erzeugt. Das funktioniert deswegen so gut, weil sich die Künstlerin bei der Vermittlung des Textes geschickt der dem Medium Film ureigenen Elementen bedient: beispielsweise agiert der Schreiber aus dem Off, der Ablauf von Zeit kommt gleich in mehreren Varianten ins Spiel. Bewegung wird durch den unaufhörlichen Lauf des Textes über den farbigen Hintergrund suggeriert. Obwohl die für einen Film typischen Bilder fehlen, kommen sie beim Betrachter dennoch an.</p>
<p>Die Ausstellung „Mutti ist böse“ hat Angelika Richter, die mehrere Jahre als künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Werkleitz Gesellschaft e.V. tätig war, in Zusammenarbeit mit der <a href="http://www.bthumm.de">Galerie Barbara Thumm</a> kuratiert. In den Räumlichkeiten der Galerie in der Dircksenstraße in Mitte – Barbara Thumm wird demnächst einen zusätzlichen Raum in der Markgrafenstraße 68 eröffnen, die Renovierungsarbeiten dort laufen auf Hochtouren – sind in diesem Rahmen Werke von Kris Vleeschouwer, Ann Course, Guy Ben-Ner, Yael Davids, Jeanne Faust und Johnny Miller zu sehen. Im weitesten Sinne kreisen die Arbeiten um das Thema Familie und das Verhältnis von Eltern und Kindern und die Familie ist oft nicht ein Ort der Geborgenheit, sondern ein Ort der Bedrohung. Gleich am Eingang riskiert der Besucher, plötzlich in den Lauf einer kleinkalibrigen Waffe zu blicken. Diese ist zusammen mit einer großen Giraffe in einem Plexiglaskasten untergebracht. In bestimmten Intervallen fährt, ausgelöst durch die Bewegung des Besuchers vor dem Objekt, die Waffe aus diesem heraus und wird durch einen sichtbaren Mechanismus abgefeuert. Instinktiv hält man sich die Ohren zu und duckt sich unter der Mündung hinweg, aber zu hören ist nur ein bedrohliches leises Klicken. Gleich daneben ist auf einem Fernsehmonitor ein Kind zu sehen, das in einen bunten Plastikball gezwängt ist, aus dem nur die Beine und der Kopf herausragen. Hilflos wie ein Käfer liegt es auf dem Rücken und versucht sich durch eine Wippbewegung fortzubewegen. Das tut weh.<br />
Ein beeindruckendes Bild für die Einsamkeit, in der sich Mütter zusammen mit ihren Neugeborenen oft wieder finden, ist eine Aufnahme von Jeanne Faust. Sie zeigt die Künstlerin selbst, wie sie, ein Buch in der Hand, sehnsüchtig aus einem Badfester hinaus auf eine Landschaft blickt. Vor ihr, auf der zum Wickeltisch umfunktionierten Waschmaschine, liegt das wenige Wochen alte Baby in einem weißen Wollanzug mit nackten Füßen. Vielleicht schläft es, vielleicht schreit es aus vollem Halse, das lässt sich nicht eindeutig sagen. Das Foto gehört zur Serie „Familienfallen“. Die Aufnahmen pendeln zwischen Schnappschuss und Inszenierung und lassen die Schwierigkeiten erahnen, die sich ergeben, wenn sich ein Paar plötzlich zu dritt wieder findet. Jeanne Faust war im  letzten Jahr für den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst nominiert.</p>
<p>Sexualität und Gewalt sind unterschwellig in den meisten hier versammelten Arbeiten präsent und das ist nur vielleicht überraschend. Nach dem herkömmlich bürgerlichen Familienverständnis ist die Familie immer noch der Ort der Geborgenheit. Vielleicht lassen sich an diesen Arbeiten aber ganz aktuelle Verschiebungen des real gelebten Familienlebens ablesen. Das macht die Ausstellung so interessant, denn sie gibt neue Anstöße, über ein mittlerweile vollkommen überkommenes, von den etablierten Parteien immer noch propagiertes Familienbild ernsthaft nachzudenken.</p>
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		<title>Auf zu neuen Ufern!</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Dec 2007 16:18:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Blaue Augen</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Überblick]]></category>

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		<description><![CDATA[
Foto: Svenja Moor
Der Schlossplatz im Dornröschenschlaf. Hinter den Lichtern des Weihnachtsrummels, unter den Armen träger Kräne diffundiert die Palastruine langsam aber sicher weiter aus dem Bewusstsein. Doch nächstes Jahr ist es mit der beschaulichen Ruhe vorbei. Im April, parallel zur  5. berlin biennale eröffnet hier, gesetzt den Fall, es läuft alles nach Plan, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/12/schlossplatz_00_510_02.JPG" title="Schlossplatz im November"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/12/schlossplatz_00_510_02.JPG" alt="Schlossplatz im November" /></a><br />
Foto: Svenja Moor</p>
<p>Der Schlossplatz im Dornröschenschlaf. Hinter den Lichtern des Weihnachtsrummels, unter den Armen träger Kräne diffundiert die Palastruine langsam aber sicher weiter aus dem Bewusstsein. Doch nächstes Jahr ist es mit der beschaulichen Ruhe vorbei. Im April, parallel zur  <a href="http://www.berlinbiennale.info">5. berlin biennale</a> eröffnet hier, gesetzt den Fall, es läuft alles nach Plan, die <a href="http://www.kunsthalle-berlin.com/start.html">Temporäre Kunsthalle Berlin</a>. Außerdem gibt es Planungen für ein neues Großdenkmal. Das <a href="http://www.freiheits-und-einheitsdenkmal.de/">&#8222;Freiheits-und Einheitdenkmal&#8220;</a> soll 2009 fertig sein und womöglich ebenfalls auf dem Schlossplatz errichtet werden. Brauchen wir das wirklich?</p>
<p>Schluss mit den Querelen wird hoffentlich bei den <a href="http://www.smb.spk-berlin.de/smb/news/details.php?lang=de&amp;objID=17419&amp;typeID=12&amp;PHPSESSID=bdabf84e8d198f93ebcd4ed2e05f389a">Staalichen Museen Berlin</a> sein. Hier gibt es aufregende   Neuigkeiten für die Berliner Kunst. Udo Kittelmann wird neuer Direktor der Nationalgalerie und  in dieser Funktion das Profil von Hamburger Bahnhof und Neuer Nationalgalerie weiterentwickeln. Das Generaldirektorenamt wird, ebenfalls nach einer Entscheidung des Stiftungsrates der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, im November 2008 an Michael Eissenhauer gegeben. Mit dieser Besetzung sind Hoffnungen auf dringend notwenige Impulse nicht nur für den <a href="http://www.hamburgerbahnhof.de">Hamburger Bahnhof</a> verbunden.</p>
<p>Marius Babias wird Direktor des NBK. Und ein <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Marius-Babias;art772,2445953">Interview mit ihm</a> läßt auf einen vielversprechenden Neubeginn für diese Institution hoffen.</p>
<p>Adam Szymczyk und Elena Filipovic kuratieren die <a href="http://www.berlinbiennale.info/">5. berlin biennale</a>, die am 5. April 2008 beginnen wird.</p>
<p>Das <a href="http://www.tesla-berlin.de/">Tesla</a> schließt. Berlin verliert damit einen Ort, der drei Jahre lang ein anspruchsvolles und ehrgeiziges Programm im Bereich Medienkunst aufgeboten hat. Schade, schade.</p>
<p>Am 29. Januar 2008 wird die <a href="http://www.transmediale.de/site/de/transmediale/home/">transmediale.08</a> eröffnet und auch hier sind die Erwartungen an das Festival für Medienkunst groß, denn es findet unter neuer Leitung statt. Stephen Kovats hat sie übernommen, die Ausstellung, die am 30. Januar beginnt, wird von Nataša Petrešin kuratiert. Veranstaltungsort ist nun wieder das frisch renovierte <a href="http://www.hkw.de/">Haus der Kulturen der Welt.</a></p>
<p>Wird jetzt alles besser? Wir wissen es nicht! Aber wir werden weiter berichten.</p>
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		<title>Die Kunst der Wiederholung</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2007 19:38:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Svenja Moor</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Inke Arns und Gabriele Horn erfreuen in den KunstWerken mit der sorgfältig recherchierten und fein präsentierten Ausstellung „History Will Repeat Itself &#8211; Strategien des Reenactments in der Kunst“

Jeremy Deller, The Battle of Orgreave, 2001
Directed by Mike Figgis, commissioned and produced by Artangel
Photo: Martin Jenkinson
Nicht jeder Trend verdient es, Thema einer Ausstellung zu werden. Auch ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Inke Arns und Gabriele Horn erfreuen in den KunstWerken mit der sorgfältig recherchierten und fein präsentierten Ausstellung „History Will Repeat Itself &#8211; Strategien des Reenactments in der Kunst“</em></p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/deller_battleoforgreave_01-small.jpg" title="Jeremy Deller, The Battle of Orgreave, 2002"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/deller_battleoforgreave_01-small.jpg" alt="Jeremy Deller, The Battle of Orgreave, 2002" /></a><br />
Jeremy Deller, The Battle of Orgreave, 2001<br />
Directed by Mike Figgis, commissioned and produced by Artangel<br />
Photo: Martin Jenkinson</p>
<p>Nicht jeder Trend verdient es, Thema einer Ausstellung zu werden. Auch ist die Erklärung zum Trend noch nicht die Gewähr für die Existenz eines solchen. Generell mag solche Skepsis berechtigt sein, bei der aktuellen Ausstellung in den KunstWerken schlägt sie fehl. Im Gegenteil: Den Kuratorinnen Inke Arns, Gabriele Horn und Co-Kuratorin Katharina Fichtner ist eine Ausstellung zu einem aktuellen Thema gelungen, eine Ausstellung, die nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch geschickt präsentiert ist.</p>
<p>Ein bisschen Zeit muss man allerdings mitbringen für die vier Geschosse und insgesamt 25 Beiträge, die zu einem großen Teil aus Filmen bestehen. Das Re-Enactment, zu deutsch „Nachspiel“ oder „Nachstellung“, so die Eingangsthese der Kuratorinnen, biete die Möglichkeit, durch das eigene Erleben einen anderen Zugang zur Geschichte zu bekommen. Damit kann die subjektive Auseinandersetzung mit einem Teil der persönlichen Geschichte gemeint sein, aber auch die gesellschaftliche Aufarbeitung mehr oder weniger weit zurückliegender historischer Ereignisse. </p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/deller_battleoforgreave_02-small.jpg" title="Jeremy Deller, The Battle of Orgreave, 2002"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/deller_battleoforgreave_02-small.jpg" alt="Jeremy Deller, The Battle of Orgreave, 2002" /></a><br />
Jeremy Deller, The Battle of Orgreave, 2001<br />
Directed by Mike Figgis, commissioned and produced by Artangel<br />
Photo: Martin Jenkinson</p>
<p>Re-Enactments sind populär und mitnichten eine genuin künstlerische Praxis. Allerdings erregen sie zunehmend das Interesse von Künstlern. Beispiele dafür sind die Filme von Jeremy Deller und dem Team Heike Gallmeier/Tabea Sternberg. Dellers 60-minütiger Film aus dem Jahr 2002 zeigt die Re-Inszenierung des als „Battle of Orgreave“ in die Geschichte eingegangenen, von Maggie Thatcher blutig niedergeschlagenen Bergarbeiterstreiks in Großbritannien 1984. Es ist derselbe Ort, es sind dieselben Personen,  Bergarbeiter wie Polizisten, die zu Wort kommen und dies verdeutlicht geradezu exemplarisch, dass die Beziehung zwischen historischem Ereignis und Nachspiel wechselseitig ist, dass also die Erfahrung des einen den Blick auf das andere verändert. Wenn einer der Bergarbeiter davon spricht, wie er und seine Kumpels damals von dem militärisch durchorganisierten Angriff der Polizei überrascht worden sind, und dies mit den Worten beschreibt, er habe angesichts des riesigen Aufgebots unwillkürlich nach dem Mann mit der Trillerpfeife im Zentrum Ausschau gehalten, dann bezeugt dies weniger die Perspektive des Zeitzeugen von 1984 als den Blick desjenigen, der als Beteiligter des Re-Enactments von 2002 mit der Frage der Organisation von Massen konfrontiert ist.</p>
<p>Was ist ein Original, was eine Kopie? Wann spricht man von Identität, wann von bloßer Ähnlichkeit? Ist es denkbar, dass eine Kopie besser ist als ihr Original? Alte Fragen in neuen Kontexten. Inke Arns verweist in <a href="http://www.hmkv.de/dyn/d_archiv_kuenstler/detail.php?nr=2188&amp;rubric=kuenstler&amp;">ihrem Text über „Mondrian ’63 &#8211; ’96&#8243;</a>, einem Ausstellungsbeitrag, der allerhand Rätsel aufgibt,  auf die Kurzgeschichte &#8222;Pierre Menard, Autor des Don Quijote&#8220; von Jorge Luis Borges. Der Hinweis ist wichtig, denn diese berühmte Geschichte über die Eins- zu-Eins-Reproduktion eines Textes, verbunden mit der Behauptung der Schaffung eines völlig neuen Textes, berührt den philosophischen Kern des Re-Enactments und sie erklärt, warum sich so viele Künstler damit befassen.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/zmijewski_80064_07.jpg" title="Artur Zmijewski, 80064, 2004"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/zmijewski_80064_07.jpg" alt="Artur Zmijewski, 80064, 2004" /></a><br />
<meta http-equiv="CONTENT-TYPE" content="text/html; charset=utf-8" /><title></title><meta name="GENERATOR" content="OpenOffice.org 2.0  (Linux)" /><meta name="CREATED" content="20071210;20285700" /><meta name="CHANGED" content="16010101;0" /> Artur <font size="2">Ż</font>mijewski, 8006, video still, 2004<br />
Copyright: Artur Zmijewski</p>
<p>Ist eine Kopie besser als ihr Original? Die Ausstellung zeigt auch den Film „80064“ von Artur <font size="2">Ż</font>mijeski, der dieses Jahr auch schon im <a href="http://www.nbk.org/Ausst/2007/artur_zmijewski.html">Neuen Berliner Kunstverein</a> zu sehen war. <font size="2">Ż</font>mijeski tut in diesem Film das Ungeheuerliche und drängt einen alten Juden und Überlebenden eines Konzentrationslagers, seine verblasste Lagernummertätowierung auffrischen zu lassen. In der Diskussion um das Für und Wider dieses Aktes, die den größten Teil des 11-minütigen Films füllt, entsteht eine Spannung, die sich unmittelbar auch auf den Zuschauer überträgt. Für den alten Mann, der sich trotz gemischter Gefühle am Ende zur Wiederholung der Prozedur bereit erklärt, zählt vor allem eins: Die wieder gut sichtbar gemachte Nummer auf seinem Unterarm erhöhe seine Glaubwürdigkeit als Zeitzeuge. Die historische Spur verblasst, wird überlagert von einer Nachahmung, die besser geeignet scheint, seine Geschichte zu bezeugen. Besser? Schlechter? Das Paradox bleibt, auch das Unbehagen, Zeuge einer Intervention geworden zu sein, die die Grenzen der Integrität des Darstellers berührt, wenn nicht sogar überschreitet.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/zmijewski_80064_12.jpg" title="Artur Zmijewski, 80064, 2004"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/zmijewski_80064_12.jpg" alt="Artur Zmijewski, 80064, 2004" /></a><br />
Artur <font size="2">Ż</font>mijewski, 8006, video still, 2004<br />
Copyright: Artur Zmijewski</p>
<p>Daniela Comanis wandfüllender digitaler Print liest sich wie das Tagebuch eines Wahnsinnigen. 365 welthistorisch relevante Ereignisse &#8211; und das nüchtern berichtende „Ich“ war überall dabei, als Täter, als Opfer als Zeuge. Man kann die Installation mit dem Titel „Ich war’s. Tagebuch 1900–1999“ wie ein Drehbuch für einen Thriller lesen, dazu passt auch, dass der Ich-Erzähler jede Katastrophe unbeschadet übersteht. Comanis Aneignung der Weltgeschichte entspringt dem Wunsch, Sinn in komplexe Zusammenhänge zu bringen. Was hier passiert, ist zwar abstrus, aber es erinnert auch daran, dass jede Art von Geschichtsschreibung darin besteht, komplexe Ereignisse vereinfacht und in der Struktur von Ursache-Folge-Schritten darzustellen.</p>
<p>Die raumfüllende Installation „Greenwich Degree Zero“ von Roy Dickinson und Tom McCarthy nutzt ebenfalls ganz bewusst die mit der Neu-Inszenierung einhergehende, unvermeidliche Neu-Interpretation. Die in ihrem „Archiv“ präsentierten Dokumente liefern die Auflösung für einen ungeklärten Kriminalfall im Londoner Greenwich Park. Hier kam 1984 der französische Anarchist <span class="text"><span class="einschubvierzig">Martial Boudin</span></span>  infolge einer Explosion zu Tode. Wie ein Schwarz-Weiß-Film zeigt, der Teil der Installation ist, hatte er damit seinen Plan, ein Bombenattentat auf das Königliche Observatorium, das die „Greenwich Mean Time“ festlegt, erfolgreich durchgeführt. Durch Manipulation historischer Zeugnisse wie Zeitungsartikel oder Filmmaterial verleihen Dickinson und McCarthy einer Verschwörungstheorie Gestalt, tragen einem Sehnsuchtsdenken Rechnung, denn in Wirklichkeit blieb das Observatorium bei dem Anschlag unbeschädigt.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/12/ben-ner_moby-dick_02.jpg" title="Guy Ben-Ner: Moby Dick"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/12/ben-ner_moby-dick_02.jpg" alt="Guy Ben-Ner: Moby Dick" /></a><br />
Guy Ben-Ner, Moby Dick, Video Still, 2000<br />
Copyright:  Guy Ben-Ner</p>
<p>Ein Ereignis muss also nicht stattgefunden haben, um zum Anlass eines Re-Enactments zu werden. Guy Ben-Ner inszeniert in einem sehr vergnüglichen Film eine zwölfminütige Kurzfassung des Walfängerromans „Moby Dick“, konsequent umgesetzt in der heimischen Küchenzeile. Erzählen heißt immer auch Weglassen, Verkürzen und Improvisieren und gerade darin sind er und seine Tochter (ist es seine Tochter?) Meister. Angesichts des Spaßes, den die beiden Darsteller an ihrem kindlichen Spiel haben und der die Zuschauer nicht unbeteiligt lässt, erübrigt sich schon fast die Frage nach dem tieferen Sinn des Ganzen. Die Wirkung des 1851 erschienenen Romans von Herman Melville basierte darauf, dass er den Lesern durch eine geschickt konstruierte Rahmenhandlung und die tagebuchartige Form die Illusion vermittelte, es mit einem Tatsachenbericht zu tun zu haben und nicht mit einem Roman. Die Interpretation von Guy Ben-Ner lässt sich also als eine Rückführung auf den fiktiven Ursprung des „Moby Dick“ verstehen, einen Roman, der &#8211; wie Ben-Ner&#8217;s Film &#8211; einer ganz realen Lust am Erzählen entsprang.</p>
<p>Die Ausstellung hält, was sie verspricht. Das liegt vor allem an der Auswahl der Arbeiten, die mit geradezu wissenschaftlicher Präzision am Thema bleibt, und damit nicht nur einen Überblick über die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten des Re-Enactments bietet, sondern auch jede Menge bedenkenswerter Fragen aufwirft, etwa nach dem Stellenwert der Authentizität, die ein historisches Ereignis gegenüber seiner Nachstellung beansprucht oder nach der Funktion, die Re-Enactments in der Gesellschaft erfüllen. Trotz vieler Filme, ein medialer Overkill ist diese Ausstellung nicht, dafür sorgen ausreichend Sitzgelegenheiten, abgeschirmte Projektionsflächen und das Angebot zusätzlicher, den Sound aus den Boxen verstärkende Kopfhörer.</p>
<p>Die Ausstellung, die vorher im Dortmunder <a href="http://www.hmkv.de/dyn/d_programm_ausstellungen/detail.php?nr=2108&amp;rubric=ausstellungen&amp;PHPSESSID=c3721352aa2dc83fd064fb5d03ee5b2c">Hartware MedienKunstVerein</a> zu sehen war, läuft noch bis zum 13. Januar in den <a href="http://www.kw-berlin.de/deutsch/program_frameset.htm">KunstWerken</a>. Zur Ausstellung ist ein deutsch-englischer Katalog  mit Texten von Inke Arns, Katharina Fichtner, Gabriele Horn, Tom McCarthy u.a. erschienen (25 Euro, ISBN 978-3-86588-402-2).</p>
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		<title>Neu: duvekleemann berlin</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Nov 2007 19:12:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Henninger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Neu]]></category>

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		<description><![CDATA[Parallel zum Artforum 2007 eröffnete in der Invalidenstrasse in Mitte die Galerie duvekleemann, die vor allen Dingen junge Künstler, die bisher noch nicht von einer Galerie vertreten wurden, im Programm hat. Birte Kleemann und Alexander Duve betreiben den neuen Ort, an dem es auch Konzerte und Lesungen geben soll, gemeinsam.

Martin G. Schmid: Absoluter, Mixed Media [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Parallel zum Artforum 2007 eröffnete in der Invalidenstrasse in Mitte die Galerie <a href="http://www.duvekleemann.com">duvekleemann</a>, die vor allen Dingen junge Künstler, die bisher noch nicht von einer Galerie vertreten wurden, im Programm hat. Birte Kleemann und Alexander Duve betreiben den neuen Ort, an dem es auch Konzerte und Lesungen geben soll, gemeinsam.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/mgs_absoluter1.jpg" title="Absoluter"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/mgs_absoluter1.jpg" alt="Absoluter" /></a></p>
<p>Martin G. Schmid: Absoluter, Mixed Media on Paper, 86,4 x 199 cm, 2007, courtesy duvekleemann, berlin</p>
<p>1. Welche Ziele verfolgt duvekleemann?</p>
<p>Ziel ist es, junge, innovative und progressive Künstlerpositionen aufzuspüren und diesen eine Plattform in Berlin zu bieten, um sich der Kunstwelt zu präsentieren. Es gibt immer noch extrem talentierte und interessante junge Künstler, die keine Galerievertretung haben und ambitionierte Sammler, die auf der Suche nach Neuem und Unentdecktem sind – diesen Gruppen fühlen wir uns verpflichtet. Wir haben aber auch unsere persönlichen Ziele. Wir wünschen uns, einfach so erfolgreich zu sein, dass wir die Galerie viele Jahre vorwärts treiben können und national, wie auch international zeigen zu können, was Berlin für ein interessantes Galerieprogramm anzubieten hat.</p>
<p>2. Ist duvekleemann eine Galerie, ein Projektraum, eine Produzentengalerie, oder&#8230;?</p>
<p>duvekleemann berlin ist im Grunde genommen eine klassische Galerie. Wir vertreten Künstler wie Martin G. Schmid, Ali Kepenek, Sarah Oppenheimer, Jen de Nike&#8230; und planen gerade ein Projekt mit The Bruce High Quality Foundation aus Brooklyn New York.<br />
Unser Programm umfasst alle Medien von Malerei, Zeichnung, Skulptur, bis hin zu Fotografie und Video, wobei die Galerie aber auch einen Schwerpunkt auf weiterführende Veranstaltungen legt. duvekleemann berlin organisiert Performance- und Lesungsreihen und wird auch kleinere Konzerte von Punk bis Elektro realisieren, die so in spezieller Weise die wachsende Berliner- und auch internationale- Kunstszene reflektieren.</p>
<p>3. Warum jetzt und warum hier?</p>
<p>Die Zeit war einfach gekommen. &#8222;Für mich war es schon immer klar, dass ich früher oder später den Schritt ins Galerieleben wagen werde. Es hat nur eine Weile gedauert. Und da Birte auch an einem Punkt angekommen war, an dem Sie sich die Frage stellte, was die Zukunft noch bringen kann, war es für uns beide einfach der richtige Schritt ein gemeinsames Ding zu machen.&#8220; (Alexander Duve)</p>
<p>Warum hier? Ganz einfach. In Berlin ist das Umfeld gegeben, wie nirgendwo sonst. Die Stadt pulsiert, sie lebt und verändert sich fortgehend. Nur so kann ein spannendes Umfeld entstehen und sich weiter entwickeln. Auch der kreative Output entwickelt sich mit den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen der Stadt immer weiter. Zudem sind die Künstler hier, die Galerien auch, und nur so macht es wirklich Spaß. Eine Eröffnung, zu der niemand kommt, ist doch auch langweilig. Und extra woanders hinzufahren, um zu einer Eröffnung zu kommen, kann mit der Zeit auch recht nervig werden.</p>
<p>4. Eine Website, die Sie besonders gern besuchen?</p>
<p>&#8222;Also ich schau ja immer wieder gerne bei <a href="http://www.artloversnewyork.com">www.artloversnewyork.com</a> vorbei. Da bleibt man immer auf dem Laufenden, was gerade in der NYer Kunstszene abgeht. Und auch immer wieder verführerisch etwas zu verweilen ist die Seite: <a href="http://www.tinyvices.com">www.tinyvices.com</a> Dort gibt es etliche Kuriositäten, aber auch immer wieder interessante Künstler zu finden.&#8220; (Alexander Duve)</p>
<p>&#8222;Ich mag auch die blogs von <a href="http://www.painternyc.blogspot.com">www.painternyc.blogspot.com</a> und für Berlin ganz klassisch den <a href="http://www.kunst-blog.com">www.kunst-blog.com</a>.&#8220; (Birte Kleemann)</p>
<p>5. Ihr schönstes Berlin-Erlebnis?</p>
<p>Das ist wirklich eine schwierige Frage, bei so vielen tollen Erlebnissen. Ich glaube eines der tollsten war wirklich der Zuspruch, den wir bei unserer Galerie-Eröffnung erfahren hatten &#8211; über den ganzen Abend waren an die 450 Besucher da und das war schon ganz schön überwältigend!</p>
<p>&#8222;Ach ja und beim Champions League Spiel Schalke gegen Trondheim im Schmittz auf der Torstraße – die Atmosphäre war mindestens so genial wie in der Veltins Arena auf Schalke. Ca. 40 Schalker haben die gesamte zweite Halbzeit gesungen. Wahnsinn!&#8220; (Alexander Duve)</p>
<p>&#8222;Ich liebe die off-Orte in Berlin, seien es die Gärten der Welt in Marzahn hinter der Allee der Kosmonauten oder einfach der türkische CD-Laden am Kotti, um dort das neueste Sezen Aksu Album zu kaufen, oder die Ringbahn einmal um Berlins „Rückseite“ an einem regnerischen lahmen Montag&#8230;die Staatsoper&#8230; Berlin eben.&#8220; (Birte Kleemann)</p>
<p>Die nächste Ausstellung, mit Arbeiten des in Berlin lebenden Martin G. Schmid, wird morgen, den 15. November 2007 um 18:00 Uhr eröffnet:</p>
<p>Martin G. Schmid   NEUTAUSEND<br />
15. November bis 21. Dezember 2007<br />
Eröffnung: 15. November, 2007; 18:00 Uhr<br />
Öffnungszeiten: Dienstag &#8211; Samstag; 11:00 – 18:00 Uhr</p>
<p>Galerie duvekleeman berlin<br />
Invalidenstrasse 90<br />
10115 Berlin</p>
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		<title>Stadtbildkritik</title>
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		<comments>http://www.blaueaugen.net/2007/11/08/stadtbildkritik/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Nov 2007 19:45:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Blaue Augen</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Nicht kategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Totally Sexy History? Heute mittag am Potsdamer Platz.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> <a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/totally.JPG" title="Totally Sexy History"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/11/totally.JPG" alt="Totally Sexy History" /></a></p>
<p>Totally Sexy History? <a href="http://www.berlin.de/landespressestelle/archiv/2007/11/05/88254/index.html">Heute mittag</a> am Potsdamer Platz.</p>
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		<title>Eine neue Heimat für zeitgenössische Kunst aus Berlin</title>
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		<comments>http://www.blaueaugen.net/2007/11/02/eine-neue-heimat-fur-zeitgenossische-kunst-aus-berlin/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Nov 2007 08:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Henninger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Brigitte Waldach: Heimatfilm, 2007
Courtesy DNA Galerie, Berlin
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin
„Neue Heimat“- die erste Assoziation ist der spektakuläre Wohnungsbauskandal der 80er Jahre (1), aber damit hat die aktuelle Ausstellung in der Berlinischen Galerie nichts zu tun. Dass dieser Sachverhalt, ebenso wie die nationalsozialistische Prägung des Begriffs im kollektiven Gedächtnis keine Rolle mehr zu spielen scheint, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/waldachgross.jpg" title="Brigitte Waldach: Heimatfilm, 2007"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/waldachgross.jpg" alt="Brigitte Waldach: Heimatfilm, 2007" /></a></p>
<p>Brigitte Waldach: Heimatfilm, 2007<br />
Courtesy DNA Galerie, Berlin<br />
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin</p>
<p>„Neue Heimat“- die erste Assoziation ist der spektakuläre Wohnungsbauskandal der 80er Jahre (1), aber damit hat die aktuelle Ausstellung in der Berlinischen Galerie nichts zu tun. Dass dieser Sachverhalt, ebenso wie die nationalsozialistische Prägung des Begriffs im kollektiven Gedächtnis keine Rolle mehr zu spielen scheint, ist nicht nur erstaunlich sondern schockierend.</p>
<p>Die Ausstellung „Neue Heimat“ wirft mit großer kuratorischer Sorgfalt einen skeptischen Blick auf das Phänomen Heimat. Unter verschiedenen Gesichtspunkten wird der Begriff Heimat kritisch geprüft und es wird ausgelotet, was Heimat heute sein kann. Damit wurde der Rahmen so großzügig abgesteckt, dass sich ganz unterschiedliche Arbeiten darin wiederfinden.</p>
<p>Das ist sehr angenehm. Hier wird der Kunst Raum gelassen, sich auf vielfältige Weise mit einem Thema zu beschäftigen. Dem Konzept der Berlinischen Galerie entsprechend ist allen ausgestellten Arbeiten gemeinsam, dass es sich um Werke von Künstlerinnen und Künstlern handelt, die in Berlin leben und arbeiten. Auf diese Weise zeigt die Ausstellung, die den Untertitel „Berlin Contemporary“ führt, einen interessanten Querschnitt aktueller Berliner Kunst. Dass sich ein Museum wie die Berlinische Galerie der aktuellen Kunstproduktion angenommen hat, ist bemerkenswert und wohl als Vermächtnis der scheidenden stellvertretenden Direktorin Ursula Prinz zu werten. Im Interview – nachzuhören auf dem akustischen Ausstellungsführer – sagt sie, dass sie mit dieser Ausstellung u. a. deutlich machen wolle, was dieses Haus in Zukunft tun sollte und tun muss, nämlich sich mit der aktuellen Kunst in Berlin auseinandersetzen.</p>
<p>Im Katalog zur Ausstellung wird dies von Jörn Merkert, dem Direktor der Berlinischen Galerie, ein wenig relativiert, indem er schreibt: „Noch nie hat die Berlinische Galerie in ihrer mehr als dreißigjährigen Geschichte in so umfassender, komplexer Weise einen Überblick über die aktuelle Kunstszene Berlins gegeben wie mit dieser Ausstellung. Das liegt auch in der Natur der Sache. Denn ein Museum ist, anders als eine Kunsthalle, ein Ort der Erinnerung, wo die Gegenwart stets vor dem Horizont der Geschichte verhandelt wird – und auf dem Prüfstand steht.“ Interessant an dieser Aussage ist, dass hier – vielleicht ungewollt – eine mögliche Definition der Funktion einer Kunsthalle für Berlin geliefert wird, um die die Stadt seit einiger Zeit so heftig ringt und für deren temporäre Installation auf dem Schloßplatz die Würfel vor ein paar Tagen erst einmal gefallen sind.</p>
<p>Gleich am Eingang der Ausstellung findet sich der Besucher in einem Labyrinth aus schwarzen Absperrbändern wieder. Diese lassen zunächst vermuten, dass der Andrang auf die Ausstellung an den Wochenenden wohl enorm sein muss. Es ist jedoch bereits der erste Ausstellungsbeitrag, den man hier durchschreitet und ein Stolperstein, der die Aufmerksamkeit schärft. Eva Grubinger hat die Bänder gespannt und wirft damit einen kritischen Blick auf die Regulierung der mobilen Massen durch diese heutzutage überall präsenten Absperrbänder, die Tensatoren genannt werden.</p>
<p>Am Ausgang des Labyrinths brüllt es unfreundlich aus einem schwarzen Lautsprecher, der an einem windschiefen Hausgerippe hängt, das langsam in sich zusammenzusinken droht. Der Mensch geistert hier nur noch als Stimme herum, während von der Behausung, die diesen Namen nicht mehr verdient, nur die fragile Infrastruktur übrig geblieben ist: ein Abluftsystem, Elektrokabel, Wasserrohre, Heizkörper, eine Küchenspüle. Einige heitere Elemente, wie bunte Lampen oder ein Vogelkäfig, erinnern an die Bewohner, die es hier vielleicht einmal gemütlich hatten. Durch das Entfernen von Decken, Böden und Wänden ist das Versorgungssystem des Hauses für alle sichtbar nach Außen gekehrt und wird in seiner ganzen Verletzlichkeit erfahrbar. In dieser einerseits humorvollen und andererseits düsteren Installation hinterfragt die Künstlerin Tea Mäkipää skeptisch unsere Gutgläubigkeit gegenüber der gebauten Umwelt. Einen bleibenden Eindruck hinterlassen auch die Arbeiten von Via Lewandowsky, Brigitte Waldach und Mona Hatoum. Lewandowsky spielt mit der Metapher des Kartenhauses, doch ist seine Variante in Massivbauweise ausgeführt und reicht bis unter die Decke des Ausstellungsraumes. Brigitte Waldach hat eine bemerkenswerte Installation geschaffen, die sich mit den Stereotypen des deutschen Heimatfilms der 50er Jahre beschäftigt. Elemente des Horrorfilms schimmern durch die vermeintliche Idylle hindurch und setzen so das hier behandelte Genre ins rechte Licht. Die in Beirut geborene Mona Hatoum hat einen Hausstand an beweglichen Seilen befestigt, die wie von Geisterhand bewegt, zwischen zwei Absperrgittern hin- und herlaufen. Hier kommt die Fragilität von Heimat ins Spiel, ihre Bedrohung durch Krieg, die oftmals Flucht oder Vertreibung zur Folge hat.</p>
<p>Von kurzem Reiz hingegen sind Florian Slotawas „Schätze aus zwei Jahrtausenden“ und der Videofilm von Nina Fischer und Maroan el Sani „The Rise“, der kein cineastisches Meisterwerk ist. Bestenfalls handelt es sich hier um den schwachen Aufguss des Extrakts eines David Lynch Films. Lynchs meisterhafte Verwendung von Doppelgängermotiv und verschachtelter Narration sollte man nur nacheifern, wenn die Idee wirklich 17 Minuten lang trägt.</p>
<p>In diese Ausstellung sind außerdem auch einige Werke der diesjährigen Preisträger des GASAG-Kunstpreises integriert. Mandla Reuter, der Preisträger 2007, hat einen Schlüsselbund, betitelt mit „BG, 2007“ an einen Nagel gehängt. Weit über Kopfhöhe baumeln die Schlüssel, über die auf der erklärenden Tafel zu lesen ist, dass sie Zugang zu allen Räumen der Berlinischen Galerie ermöglichen. Sehr gern würde man den Schlüsselbund mit einer Teleskopstange herunter nehmen, um dies eines Nachts zu überprüfen. Den Förderpreis der GASAG haben die Künstlerinnen Nevin Aladag und Jorinde Voigt erhalten. Letztere beschreibt in einem Interview, das man ebenfalls auf dem akustischen Führer anhören kann, die ideale künstlerische Arbeitssituation als Laborsituation, die ein kreatives Forschen in alle Richtungen ermöglicht. Diese Aussage passt sehr gut zu den hier ausgestellten, zeichnerisch festgehaltenen Bewegungspartituren, mit denen sich die Künstlerin u. a. beschäftigt.</p>
<p>Intelligent kuratiert, dabei aber nicht überdeterminiert oder diskurslastig, ist diese Ausstellung ein echtes Highlight und verlässt mit ihrer Werkauswahl bereits bekannte Pfade. Nicht nur dafür gebührt Ursula Prinz und ihrer Ko-Kuratorin Anne Haun sehr große Anerkennung. Hier sind endlich einmal richtige Entdeckungen möglich. Wenn man mag, kann man im Anschluss an den Rundgang hinauf auf die Galerie gehen und sich die Sammlung der Berlinischen Galerie ansehen. Dort findet sich der historische Überbau, der die Arbeiten zu ebener Erde in einen sinnvollen und tragenden Zusammenhang stellt. Vielleicht war im Titel der Ausstellung ja die These versteckt, dass die Berlinische Galerie ein neuer Ort für zeitgenössische Kunst aus Berlin  hätte sein könnte. Aber das bleibt reine Spekulation.</p>
<p>(1) Mehrere Gewerkschaftsfunktionäre hatten sich damals an Wohungseigentümern bereichert und schließlich wurden, im Zuge einer hoffnungslosen Überschuldung besagter Wohnungsbaugesellschaft, tausende von Wohnungen aus Gewerkschaftsbesitz für den symbolischen Betrag von 1 DM an einen mittelständischen Unternehmer mit zweifelhafter Reputation verkauft.</p>
<p>Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Januar in der <a href="http://www.berlinischegalerie.de/index.php?id=54">Berlinischen Galerie</a>, Alte Jakobstraße 124-128,10969 Berlin zu sehen.</p>
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		<title>Es ist Herbst</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 19:45:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Henninger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Überblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Messewochenende beginnt mit heftigem Dauerregen am 27. September 2007. Um 19:28 Uhr erreiche ich die neuen Räume der Galerie Nordenhake in der Lindenstraße. Die Kabel hängen noch von der Decke und es riecht nach Farbe. „Drawing a Tiger“ ist eine Gruppenausstellung, deren schönste Arbeit aus der fernen Vergangenheit stammt. Vor Maya Derens legendärem Experimentalfilm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Messewochenende beginnt mit heftigem Dauerregen am 27. September 2007. Um 19:28 Uhr erreiche ich die neuen Räume der <a href="http://www.nordenhake.com">Galerie Nordenhake</a> in der Lindenstraße. Die Kabel hängen noch von der Decke und es riecht nach Farbe. „Drawing a Tiger“ ist eine Gruppenausstellung, deren schönste Arbeit aus der fernen Vergangenheit stammt. Vor Maya Derens legendärem Experimentalfilm „Meshes of the Afternoon“  (1943, 16 mm, 12 Min.), hier auf Video gezeigt, bleibe ich mehr als 12 Minuten stehen. Unbedingt hingehen, denn dieses Kleinod kriegt man nicht oft zu sehen.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/volker-diehl.jpg" title="A World at a Loss"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/volker-diehl.jpg" alt="A World at a Loss" /></a></p>
<p>Rina Banerjee: A World at a Loss,  Globus, hölzerner Altar, Kunstgras, Glaslaterne, schwarzer Sand, Straußenei, 24 rosa Fächer aus Federn. Foto: Petra Henninger</p>
<p>19:55 Uhr: <a href="http://galerievolkerdiehl.com">Galerie Volker Diehl</a> „Where the wild things are“. Die Werke Rina Banerjees verströmen eine bunte Fröhlichkeit, die gut zu der Aufgeregtheit im überfüllten neuen Galerienhaus in der Lindenstraße passt. 19:37 Uhr: Völlig durchnässt komme ich bei duvekleemann an, wo ein Environment sowie Fotografien von Ali Kepenek zu sehen sind, die seinen engen Freund Theo porträtieren. Nan Goldin grüßt aus der Ferne. Die Galerie ist ein Neuzugang und hat viele junge Berliner Künstler im Programm.</p>
<p>Freitag, 28. September. Um 15:00 Uhr  fängt es wieder an zu regnen. Heute nehme ich die U-Bahn in Richtung Westen. Um 17:02 Uhr betrete ich das Art Forum. Alles ist schön und glatt.  Kunst auf hohem Niveau. Überraschungen gibt es erst einmal keine.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/elli.jpg" title="„Elli“"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/elli.jpg" alt="„Elli“" /></a></p>
<p>Christina Doll: Elli, 2005/06, Betonguß, Hohlguß/Concrete casting<br />
Foto: Petra Henninger</p>
<p>18:33 Uhr: Plötzlich stehe ich vor, oder sollte ich besser sagen unter „Elli“ am Stand von <a href="http://www.galeriemichaeljanssen.de">Michael Janssen</a>, Köln/Berlin, einer monumentalen Betonskulptur von Christina Doll. Der Betonguss zeigt eine alte Frau im Kleid, der Rücken gebeugt, Kopf und Hände überdimensional groß. Die knotigen Füße stecken in Gesundheitsschuhen. Wie bei römischen Skulpturen aus Marmor sind die Augen leer.</p>
<p>19:01 Uhr: Der große Flachbildschirm an der Außenwand der Koje von <a href="http://www.arndt-partner.de">Arndt &amp; Partner</a> zieht magisch Schaulustige an: Reiseerfahrungen eines Rucksacktouristen mischt Julian Rosefeldt mit Szenen, die dem neusten Bollywoodfilm entsprungen sein könnten. Als Rucksacktourist ist er der Held in einem Bollywoodepos. Mal steigt er in Rettermanier von einem Boot, mal badet er  in einer jubelnden Menschenmenge irgendwo in Indien. Bunt und fröhlich sind die für dieses Kino typischen mit Musik unterlegten Tanzszenen, die Rosefeldt allerdings hinter den Kulissenaufbauten aufgenommen hat. Hinzu kommen fast dokumentarisch angelegte Aufnahmen aus überfüllten indischen Kinosälen, in denen hunderte von Menschen mit offenen Mündern gebannt auf die Leinwand blicken. An einigen Stellen taucht auch hier der Held wieder auf. Und es werden Reminiszenzen an das frühe europäische Kino wach.</p>
<p>20:01 Uhr: Beim Besuch der von Ami Barak kuratierten Sonderausstellung &#8222;House Trip&#8220; macht sich hingegen Enttäuschung breit. Der Versuch, auf der Sonderausstellungsfläche und alternativ, aber doch innerhalb der Messe etwas Herausragendes zu bieten, mutete bereits in den letzten Jahren etwas angestrengt an. Da bin ich gespannt, ob es Hans-Jürgen Hafner im nächsten Jahr gelingen wird, diesen großzügigen Raum interessant zu bespielen.</p>
<p>Samstag, 29. September. Bei Dauerregen geht es zum Kunstsalon, der in diesem Jahr im Wedding stattfindet. Was den Ort betrifft &#8211; die ehemalige Zentralwerkstatt der BVG &#8211; ist dies eine eindeutige Verbesserung gegenüber den Vorjahren, nicht jedoch, was die dort angebotene Kunst angeht. Im Inneren der verschiedenen Hallen erwarten uns, mit einigen wenigen lobenswerten Ausnahmen, Bastelarbeiten und viel, viel Malerei. Angenehm sticht die Päsentation der <a href="http://www.kunstagenten.de">Galerie Kunstagenten</a> heraus. Sie ist mit einer Installation des in Bankok geborenen und zuletzt an der Städelschule bei Tobias Rehberger ausgebildeten Att Poomtangon vertreten.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/poomtangon1.jpg" title="Att Poomtangon: Faust"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/poomtangon1.jpg" alt="Att Poomtangon: Faust" /></a></p>
<p>Att Poomtangon: Faust [irgendwie fehlen hier weitere Angabenzu Material und Bildrechten/Fotograf]</p>
<p>19:45 Uhr: Nach längerem Herumirren in den leicht unübersichtlich angeordneten Räumen, Nebenhallen und Containern auf dem Außengelände, verweile ich einige Zeit am Stand von <a href="http://www.E105.de">E105 &#8211; Halle für Kunst und Design</a>, wo z. B. puppenhaft kleine, mit Schrankpapier ausgeschlagene Regale wie Soldaten aufgereihte abgeblühte Mohnkapseln beherbergen. Ein fast rührender Anblick. Amely Spötzl arbeitet vornehmlich mit pflanzlichen Materialien, die sie zu neuen Strukturen zusammenklebt, ansammelt oder unter Plexiglas ausstellt. Lange kann ich mich nicht entscheiden, ob das nun Kunst ist, oder bloß Kunsthandwerk.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/amelyspotzl.jpg" title="Kleines Mohnkissen"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/amelyspotzl.jpg" alt="Kleines Mohnkissen" /></a></p>
<p>Amely Spötzl: Kleines Mohnkissen (2003), Wilder Mohn<br />
Foto: Petra Henninger</p>
<p>20:13 Uhr: Es ist Kunsthandwerk. Aber schön.</p>
<p>Sonntag, 30. September 2007. Es hat endlich aufgehört zu regnen und ich fahre zur Preview, die in diesem Jahr in einem der Hangars auf dem Tempelhofer Flughafen untergebracht ist. Die lichte Halle empfängt mich freundlich. Die Preview ist mit sehr gelungenen Präsentationen für mich in diesem Jahr das Juwel unter den Messen. Der Hangar des Flughafens, auf dem nun bald keine Flugzeuge mehr landen werden, bietet im Vergleich zu den Räumlichkeiten der Backfabrik endlich den nötigen Raum, den die einzelenen Galerien für ihre Präsentationen brauchen.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/takemura.jpg" title="Kei Takemura"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/takemura.jpg" alt="Kei Takemura" /></a></p>
<p>Kei Takemura: Renovated Window, 2003,<br />
altes Fenster, ital. Synthetikstoff, jap. Seidenfaden<br />
Courtesy: Galerie Alexandra Saheb</p>
<p>15:40 Uhr: Am Stand von <a href="http://www.alexandrasaheb.de">Alexandra Saheb</a> ist eine raumgreifende Arbeit von Kei Takemura zu sehen, die trotzdem noch filigran wirkt und Malerei von Steven Black, der sich jetzt stark der Leipziger Schule annähert.</p>
<p>15:56 Uhr: Eine Computerzeichnung am Stand von <a href="http://www.marion-scharmann.com">Marion Scharmann</a> schlägt mich in ihren Bann. Sie stammt von Eno Henze, ist als Lambdaprint abgezogen und ein Unikat. Technische Spuren ziehen sich durch die ansonsten weichen Linien, die aussehen, wie bunte Tücher in einer hellen Flüssigkeit.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/enohenze.jpg" title="Eno Henze: The Human Factor"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/enohenze.jpg" alt="Eno Henze: The Human Factor" /></a></p>
<p>Ausschnitt aus: Eno Henze: The Human Factor, 2007, Computerzeichnung/Lambdaprint<br />
Foto: Petra Henninger</p>
<p>16:30 Uhr: Ein kurzer Besuch bei <a href="http://www.realace.de">Realace Fine Arts</a> bestätigt den positiven Eindruck von dieser neuen Galerie, den ich bereits bei deren Eröffnung vor einigen Wochen <a href="http://www.blaueaugen.net/2007/08/30/neu-realace/">gewonnen habe</a>. Der Stand wird dominiert von einer Arbeit von Stephen Craig, die ein wenig aus der Koje herausragt und so Bewegung in den gesamten Gang bringt.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/realace.jpg" title="Realace, Stand auf der Preview"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/10/realace.jpg" alt="Realace, Stand auf der Preview" /></a></p>
<p>Realace Fine Arts, Preview Berlin 2007</p>
<p>18:04 Uhr: Wieder zu Hause beschließe ich, in diesem Jahr die Liste von meiner Liste zu streichen.</p>
<p>++</p>
<p>Service: <a href="http://www.nordenhake.com/">Galerie Nordenhake</a>, Drawing a Tiger, noch bis 24. Oktober</p>
<p><a href="http://galerievolkerdiehl.com/splash.php">Galerie Volker Diehl</a>, Where the wild things are,  noch bis 23. Oktober</p>
<p><a href="http://www.duvekleemann.com/">Galerie duvekleemann</a>, Ali Kepenek. Theo-Leipziger Str.-Berlin, noch bis 10. November</p>
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		<title>Neu: Realace</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Aug 2007 10:10:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Henninger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Neu]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Berliner Galerienszene differenziert sich weiter aus.  Ab 1. September 2007 gibt es Realace in der Wilhelmstraße 138 in Kreuzberg. Der Ort wird am Samstag den 1. September um 18:00 Uhr mit einer Ausstellung von Stephen Craig eröffnet. Wir stellten vorab fünf Frage an Edzard Brahms von Realace Fine Arts.

Stephen Craig, Kassen-Karussell, 2007, lackiertes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Berliner Galerienszene differenziert sich weiter aus.  Ab 1. September 2007 gibt es <a href="http://www.realace.de">Realace</a> in der Wilhelmstraße 138 in Kreuzberg. Der Ort wird am Samstag den 1. September um 18:00 Uhr mit einer Ausstellung von Stephen Craig eröffnet. Wir stellten vorab fünf Frage an Edzard Brahms von Realace Fine Arts.</p>
<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/08/realace_craig2.jpg" title="Stephen Craig, Kassen-Karussell, 2007"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/08/realace_craig2.jpg" alt="Stephen Craig, Kassen-Karussell, 2007" /></a><br />
Stephen Craig, Kassen-Karussell, 2007, lackiertes Holz, Glas, 112 x 245 x 245 cm</p>
<p>1. Welche Ziele verfolgt <a href="http://www.realace.de">Realace</a>?<br />
Im unvermeidlichen Prozess der Spezialisierung übernehmen heute das Gestalten und Investieren in unserer Lebensumwelt eine Vielzahl von alten und neuen Professionen, die sich aber zum Großteil in ihrem Verständnis untereinander entfremdet haben. Wir verstehen uns als Mittler und Bindeglied zwischen den Professionen aus Kunst, Architektur, Stadtplanung und Immobilienwirtschaft. Die beiden gegensätzlichen Geschäftsbereiche FINE ARTS und REAL ESTATE DEVELOPMENT bilden den Ausgangspunkt für unsere Tätigkeit. In ihrer Überschneidung ergibt sich die Chance neuartige Lösungen für die Entwicklung und Vermarktung von Wohn-, Arbeits-, Freizeit- und Kulturräumen zu liefern.</p>
<p>2. Ist Realace eine Galerie, ein Projektraum, eine Produzentengalerie, oder&#8230;?<br />
REALACE FINE ARTS ist eine Galerie im klassischen Sinne. Die vertretenen Künstler verbindet eine intensive Beschäftigung mit dem spezifischen Ort und einer raumbezogenen Thematik, von der konkreten Entwicklung von Architekturen, der theoretischen Auseinandersetzung mit Raum bis hin zur Intervention durch Malerei, Installation und Video.<br />
Ein zweiter Geschäftsbereich REALACE DEVELOPMENT zielt auf die konkrete Umsetzung von Projekten in der Verbindung von Kunst und Immobilienwirtschaft.</p>
<p>3. Warum jetzt und warum hier?<br />
Als Standort ist eine Büroimmobilie am Übergang von Berlin Mitte und Kreuzberg gewählt. Es ist ein Umfeld mit einem unausgeschöpften Entwicklungspotential und großstädtischer Struktur. Die weit verbreitete Investorenarchitektur der unmittelbaren Nachwendezeit fordert uns zur Auseinandersetzung mit der funktionsoptimierten Büroetage der 90er und 00er Jahre inhaltlich wie praktisch heraus. Der Ort wird als Experimentierfeld verstanden, in dem neben regelmäßigen umfangreichen Ausstellungen junger Gegenwartskunst, programmatische Raumkonzepte entwickelt werden. Der Ort möchte zur Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Kunst und Immobilie einladen.</p>
<p>4. Eine Website, die Sie besonders gern besuchen?<br />
<a href="http://www.sils.ch/009stm_0400_de.htm">www.sils.ch</a> &#8211; ein kurzer Blick ins Wetter der Alpen bringt den nötigen Abstand zum alltäglichen Tun zwischen Kunst und Telefon, Stadt und Computer.</p>
<p>5. Ihr schönstes Berlin-Erlebnis?<br />
Immer noch das private Familienglück.</p>
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		<title>Stadtneurotiker</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Aug 2007 18:45:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Svenja Moor</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Schöne Seiten]]></category>

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		<description><![CDATA[
Kreuzberg, Ecke Cuvry-/Schlesische Straße. Viel hat sich in den letzten Jahren verändert, aber die große Brache auf dem Eckgrundstück blieb. Eine Zahnlücke in der Schlesischen Straße, die seit kurzem blitzt wie ein Goldzahn. Im Rahmen der Ausstellung Planet Prozess entstand das riesige Wandgemälde als Koproduktion des italienischen Künstlers  blu mit dem Pariser Künstler JR.
Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/08/blu.JPG" title="Gemeinschaftsarbeit der Künstler blu und JR an der Brandmauer gegenüber dem Senatsreservenspeicher"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/08/blu.JPG" alt="Gemeinschaftsarbeit der Künstler blu und JR an der Brandmauer gegenüber dem Senatsreservenspeicher" /></a></p>
<p>Kreuzberg, Ecke Cuvry-/Schlesische Straße. Viel hat sich in den letzten Jahren verändert, aber die große Brache auf dem Eckgrundstück blieb. Eine Zahnlücke in der Schlesischen Straße, die seit kurzem blitzt wie ein Goldzahn. Im Rahmen der Ausstellung <a href="http://urbangrassroots.net">Planet Prozess</a> entstand das riesige Wandgemälde als Koproduktion des italienischen Künstlers  blu mit dem Pariser Künstler JR.</p>
<p>Die Ausstellung im Senatsreservenspeicher, dort, &#8222;wo früher die Erbsen drin waren&#8220; (wie sich ein Berliner Freund sogleich erinnerte), ist noch bis zum 19. August zu sehen. Das anspielungsreiche Wandgemälde bleibt hoffentlich noch etwas länger. Falls nicht, bietet das Internet Trost. blu hat eine wunderschöne <a href="http://www.blublu.org/">Website</a>, auf der nicht nur seine zahlreichen Wandgemälde dokumentiert sind, sondern auch einige absurd-schöne Zeichentrickfilme.</p>
<p>Planet Prozess, noch bis 19. August, Mittwoch &#8211; Sonntag, 14 &#8211; 22 Uhr.</p>
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		<title>Welt im Taumel</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Aug 2007 17:57:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Svenja Moor</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Schöne Seiten]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Henrik Schrat, Butter Fly, 2006
Alle Rechte vorbehalten: Henrik Schrat
Fliegende Brathähnchen, maschinengewehrbewehrte Pensionisten, Mercedessterne im Märchenwald. Henrik Schrat präsentiert auf seiner Website seine pointierten, von Beardsley, Biedermeier und Comic locker inspirierten Arbeiten seit 1997. Die digitale Fassung tut dem Witz und der Schärfe der schwarz gefassten Sperrholzarbeiten keinen Abbruch, im Gegenteil. Ein Besuch der Website [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> <img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/05/schmetterling_final_klein.jpg" alt="Henrik Schrat: Butter Fly, 2006" /><br />
Henrik Schrat, Butter Fly, 2006<br />
Alle Rechte vorbehalten: Henrik Schrat</p>
<p>Fliegende Brathähnchen, maschinengewehrbewehrte Pensionisten, Mercedessterne im Märchenwald. Henrik Schrat präsentiert auf seiner <a href="http://www.henrikschrat.de/">Website</a> seine pointierten, von Beardsley, Biedermeier und Comic locker inspirierten Arbeiten seit 1997. Die digitale Fassung tut dem Witz und der Schärfe der schwarz gefassten Sperrholzarbeiten keinen Abbruch, im Gegenteil. Ein Besuch der Website ist ebenso informativ wie unterhaltsam.</p>
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		<title>Zeitenwechsel</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jul 2007 19:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Henninger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>

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Marleen Sleeuwits, Interior 06, C-Print, Edition 5+1AP, 85&#215;115 cm
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin
Unter dem Titel „Dutch Mountains at Dawn“ zeigt die Galerie Kunstagenten in ihren neuen Räumlichkeiten in der Linienstraße junge Kunst aus den Niederlanden. Vor drei Monaten entschlossen sich die Galerieleiter Stefanie Feldbusch und Andreas Wiesner aus der Reinhardtstraße an diesen Ort umzuziehen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/07/interior07_510.jpg" title="Interior 06"><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/07/interior07_510.jpg" alt="Interior 06" /></a></p>
<p>Marleen Sleeuwits, Interior 06, C-Print, Edition 5+1AP, 85&#215;115 cm<br />
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin</p>
<p>Unter dem Titel „Dutch Mountains at Dawn“ zeigt die Galerie <a href="http://www.kunstagenten.de">Kunstagenten</a> in ihren neuen Räumlichkeiten in der Linienstraße junge Kunst aus den Niederlanden. Vor drei Monaten entschlossen sich die Galerieleiter Stefanie Feldbusch und Andreas Wiesner aus der Reinhardtstraße an diesen Ort umzuziehen und sind begeistert und überrascht von den vielen Besuchern, die hier den Weg in die Galerie finden. „Für den Start“, sagt Stefanie Feldbusch, „war die Reinhardtstraße genau richtig, denn dort konnte man etwas abseits des Trubels den eigenen Standpunkt entwickeln.“ Dies ist mit Künstlern wie Torsten Brinkmann im Programm – um nur ein Beispiel zu nennen – sehr gut gelungen. „Jetzt allerdings“, meint Feldbusch, „war der Zeitpunkt gekommen, um die große Bühne zu betreten.“ </p>
<p>Unter den fünf Positionen der Ausstellung, die Jacco Musper, Mitbegründer des Fotografenkollektivs <a href="http://www.skart.nl">SKART</a> kuratiert hat, ragen die Fotografien der Künstlerin Marleen Sleeuwits besonders heraus. Ob die Fotografin zu der jeweils vor Ort vorgefundenen Beleuchtung noch weiteres Licht hinzugefügt hat, um die wie inszeniert wirkenden Fotografien und den bühnenartigen Charakter der von ihr gewählten Orte weiter zuzuspitzen, bleibt im Dunkeln und macht den besonderen Reiz der Aufnahmen aus. Die Farbaufnahmen zeigen mal den Vorraum einer Toilette, mal eine vergessene Ecke unter einer Treppe oder das Tablettband einer Kantine. Es sind menschenleere Ecken des Urbanen, die zu sehen sind und die teilweise erahnen lassen, dass hier sonst Trubel herrscht. Der gezeigte Stillstand überträgt sich unmittelbar auf den Betrachter. Angenehm berührt, nimmt er die Ruhe, die den Bildern entströmt entgegen und hält selbst für einen Moment inne.</p>
<p>Im selben Raum steht die Arbeit „Such an endless desire for friendship“ des Künstlers<br />
Robert Lambermont. Er beschäftigt sich darin mit dem Thema Partnersuche im Internet. Durch einen kleinen Motor in Bewegung versetzte Holzlamellen schwingen ruhig vor sich hin, wobei der technische Aufbau des Objekts an die Funktionsweise eines Konzertflügels anknüpft. Hier verbinden sich zwei unterschiedliche Interessen des Künstlers, der einerseits vornehmlich bewegliche Objekte dieser Art herstellt und andererseits als Pianist auftritt. Mit den bunten, grafischen Elementen, die mit Airbrush auf die Lamellen aufgebracht wurden, bekommt die Arbeit etwas stark Dekoratives. Der Zusammenhang zwischen dem vom Künstler hier aufgegriffenen Thema und seiner Umsetzung in der Skulptur bleibt jedoch unklar.</p>
<p>Am Eingang  der Galerie befindet sich die Arbeit „Playhouse“ von Sander Plug, die man fälschlicher Weise spontan für ein Spielplatzutensil halten könnte. Die Stirnwände sowie das Dach des aus Holz gefertigten Häuschens sind farbig gestaltet, sämtliche Schrauben mit Sicherheitskappen ausgestattet. Die Arbeit, erklärt die Galeristin, ist ein Reflex auf die Innenarchitektur so genannter Darkrooms, deren Gestaltung die erotische Berührung von Männern untereinander herausfordern soll. Das Objekt changiert zwischen Design und Skulptur und zeigt auf sehr behutsame Weise etwas, das sonst im Verborgenen liegt. Hier wird dem Betrachter nichts aufgedrängt.</p>
<p>Von Martyn F. Overweel sind in einem weiteren Raum eine Auswahl von absurd-komischen Arbeiten auf Papier zu sehen. Die Zeichnungen, meist mit Text kombiniert, sind repräsentativ in Hinblick auf die Beschäftigung mit seinen Lieblingsthemen: „nazis, homos, sex“. Der studierte Grafik Designer und Künstler, der auch für Magazine und Tageszeitungen zeichnet, scheint seinen Blick auf die Welt u. a. bei Robert Crumb geschult zu haben.</p>
<p>Ein Video im Keller kommt ein wenig zwiespältig daher. Jeroen Kooijmans beschäftigt sich darin auf sehr humorvolle Art mit dem Phänomen Oberlippenbart. An sich schon eine aparte Sache. Unterschwellig taucht jedoch auch 9/11 und der Einsturz der Twin Towers darin auf. Interessant wird das Video, da Kooijmans, der im Jahr der Terroranschläge als PS1 Stipendiat vor Ort in New York war, die Ungeheuerlichkeit von 9/11 nicht direkt zeigt. Seine vorsichtige Annäherung an die Katastrophe bringt einmal mehr die Ambivalenz der Gefühle an den Tag, die für den Umgang mit diesem unfassbaren Ereignis typisch sind.</p>
<p>Die <a href="http://www.kunstagenten.de">Ausstellung</a> ist noch bis zum 28. Juli 2007 in der Galerie Kunstagenten zu sehen.</p>
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		<title>Neu: Galerie Birgit Ostermeier</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jun 2007 20:26:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Blaue Augen</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Neu]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Stadt ist um einen Ort für zeitgenössische Kunst reicher. Wir stellten fünf Fragen an die Galeristin Birgit Ostermeier.

Fenster zum Hof: In der dritten Durchfahrt des Hauses 196 befindet sich die Galerie
1. Welche Ziele verfolgt Galerie Birgit Ostermeier?
Die Präsentation junger Kunst mit dem Schwerpunkt Skulptur. In diesem Jahr kommt außerdem ein junger polnischer Maler, Roman [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Stadt ist um einen Ort für zeitgenössische Kunst reicher. Wir stellten fünf Fragen an die Galeristin Birgit Ostermeier.</p>
<p><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/06/karte.jpg" alt="Galerie Birgit Ostermeier aus der Vogelperspektive" /><br />
Fenster zum Hof: In der dritten Durchfahrt des Hauses 196 befindet sich die Galerie</p>
<p>1. Welche Ziele verfolgt <a href="http://www.birgitostermeier.com/">Galerie Birgit Ostermeier</a>?<br />
Die Präsentation junger Kunst mit dem Schwerpunkt Skulptur. In diesem Jahr kommt außerdem ein junger polnischer Maler, Roman Lipski, ins Programm, es gibt eine Ausstellung mit dem Klangkünstler Shingo Inao und eine Gruppenausstellung junger mexikanischer Kunst.</p>
<p>2. Ist Galerie Birgit Ostermeier eine Galerie, ein Projektraum, eine Produzentengalerie, oder&#8230;?<br />
Eine Galerie.</p>
<p>3. Warum jetzt und warum hier?<br />
Wie die meisten wissen, haben wir vor zwei Jahren in der Brunnenstraße mit Diskus, einer Produzentengalerie für junge Skulptur aus Dresden begonnen. Der Erfolg hat die Künstler und mich bestätigt, jetzt und hier mit einem stärker international ausgerichteten Programm weiter zu machen.</p>
<p>4. Eine Website, die Sie besonders gern besuchen?<br />
<a href="http://www.artnews.info"> www.artnews.info</a></p>
<p>5. Ihr schönstes Berlin-Erlebnis?<br />
Heute Morgen hat eine Frau mit wunderbarer Stimme an der Tramhaltestelle gesungen. Das war heute mein schönstes Berlin-Erlebnis und ist beispielhaft dafür, dass das Leben in Berlin jeden Tag schöne Erlebnisse bereit hält.</p>
<p>~~<br />
<a href="http://www.birgitostermeier.com/">Galerie Birgit Ostermeier</a>, Brunnenstr. 10, Hof, 10119 Berlin; aktuelle Ausstellung: Christian Korth, noch bis 23.6.07</p>
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		<title>Äpfel für Birnen? Der blueOrange wird blauOrange, kleiner und nationaler</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2007 07:04:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Svenja Moor</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Nicht kategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[
Originalbild: diddi, Bearbeitung: Svenja Moor
Gerade einmal zweimal wurde er vergeben: der &#8222;blueOrange&#8220;, der &#8222;höchstdotierte Preis für bildende Kunst in Deutschland&#8220;. 77.000 Euro Preisgeld, davon 70.000 Euro in die Taschen des Preisträges (2004 war dies Francis Alÿs, 2006 Gabriel Orozco) und 7.000 in Form eines Nachwuchspreises an einen vom Preisträger bestimmten weiteren Künstler.
Reichte die damit eingeheimste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/05/final_310.jpg" alt="Schimmlige Orange" /><br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/hirsel/357431511/">Originalbild:</a> <a href="http://www.flickr.com/photos/hirsel/">diddi</a>, Bearbeitung: Svenja Moor</p>
<p>Gerade einmal zweimal wurde er vergeben: der &#8222;blueOrange&#8220;, der &#8222;höchstdotierte Preis für bildende Kunst in Deutschland&#8220;. 77.000 Euro Preisgeld, davon 70.000 Euro in die Taschen des Preisträges (2004 war dies Francis Alÿs, 2006 Gabriel Orozco) und 7.000 in Form eines Nachwuchspreises an einen vom Preisträger bestimmten weiteren Künstler.</p>
<p>Reichte die damit eingeheimste mediale Aufmerksamkeit, um sich nunmehr mit einer etwas kleineren Ausgabe zu bescheiden? Ein bisschen schwer fällt es einem schon, der Argumentation der Auslober, der Volks- und Raiffeisenbanken zu <a href="http://www.blauorange.bvr.de/bo2007/bo2007.nsf/index.html?ReadForm&amp;swf=1">folgen</a> und die Vorteile des neuaufgelegten, nunmehr &#8222;blauOrange&#8220; genannten Preises zu erkennen: Zwar soll er jetzt jährlich vergeben werden, aber <span class="textArea">das auf 10.000 Euro abgesenkte Preisgeld verweist ihn aus den Top Ten der internationalen Kunstpreise ins unüberschaubare Dickicht der in Deutschland jährlich vergebenen Unternehmens-Kunstpreise.</span></p>
<p>Statt an blühende Orangen denkt man da eher an Fallobst. Was auch immer den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben hat, eins ist sicher: eine Erfolgsmeldung klingt anders.</p>
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		<title>Aufwachen in einem fremden Universum</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2007 20:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Henninger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Veronika Veit, Versteck, 2006, Installationsansicht.
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin
Am vergangenen Samstag ging die Ausstellung Wake-Up Call zu Ende, die bereits die zweite Einzelausstellung ist, die Upstairs Berlin für Veronika Veit ausrichtete und die sechs neue Werke umfasste.
Verschiedene Sounds füllen den Raum und gehen Hand in Hand mit einer Strategie der Verschiebungen, mit der Veronika Veit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/05/versteck_gross.jpg" alt="Versteck, 2006, Installationsansicht. Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin" /><br />
Veronika Veit, Versteck, 2006, Installationsansicht.<br />
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin</p>
<p>Am vergangenen Samstag ging die Ausstellung Wake-Up Call zu Ende, die bereits die zweite Einzelausstellung ist, die <a href="http://www.upstairs-berlin.com">Upstairs Berlin</a> für <a href="http://www.veronika-veit.com/">Veronika Veit</a> ausrichtete und die sechs neue Werke umfasste.</p>
<p>Verschiedene Sounds füllen den Raum und gehen Hand in Hand mit einer Strategie der Verschiebungen, mit der Veronika Veit auf unterschiedlichen Ebenen in den Raum eingreift, sei es durch die Miniaturisierung des von ihr verwendeten Personals oder durch Treppen, die offensichtlich nirgendwohin führen.</p>
<p>Ein deutlicher Bezug zur Architektur zeigt sich auch in den meisten aktuellen Arbeiten der Künstlerin. Oft ist die weiße Wand der Bezugspunkt, wie beispielsweise in „Versteck“ von 2006. Unter einer Treppe, die an der Wand befestigt ist und zu einer Tür hinaufführt, liegt eine leicht zusammengestauchte Matratze. Aus Lüftungsschächten in Bodennähe, die täuschend echt aussehen, scheint Luft zu strömen, die zwei Papierfetzen auf einer Falltür zum Tanzen bringt. Alles Illusion, denn es gibt gar kein Papier sondern nur ein hierhin projiziertes Bild, das von einem Beamer stammt und über einen ebenfalls unter der Treppe befestigten Spiegel auf die Falltür umgelenkt wird. Alles ist um die Ecke gedacht.</p>
<p>Die Verbindung der skulpturalen- bzw. installativen Elemente mit den Computeranimationen ist an dieser Stelle sehr geglückt, was auf andere Werke in der Ausstellung, wie beispielsweise „Whirlpool“ nicht ohne weiteres zutrifft.<br />
<img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/05/06-whirlpool_72dpi.JPG" alt="Whirlpool, 2006, Installationsansicht. Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin" /><br />
Veronika Veit,  Whirlpool, 2006, Installationsansicht.<br />
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin</p>
<p>Hier ist die Animation, die sich unter dem dicken, künstlichen Schaumgebirge versteckt, seltsam abgekoppelt vom Rest der Installation: den melancholisch dreinblickenden Damen im Bikini, jede mit einer Schwimmbrille ausgestattet, die einer schwerfälligen Prozession gleich eine Treppe hinaufsteigen und von hier oben in den viel zu kleinen Whirlpool blicken. An dieser Anordnung fesselt besonders das Material, aus dem die Künstlerin die Figuren detailgenau gestaltet und ihnen dadurch ein unheimliches Eigenleben einhaucht. Bei vielen der Arbeiten packt den Betrachter unvermutet ein Grauen und ein Unbehagen, das sich so leicht nicht erklären lässt. Ob bewusst oder nicht, die Künstlerin scheint sich den Strategien des Horrorgenres zu bedienen. Hier gelten zwar die Gesetzte des Alltags, doch werden über Verschiebungen auf unterschiedlichen Ebenen und ein Ausloten von Ausnahme und Regel Affekte erzielt, die beim Betrachter Unbehagen und Angst auslösen. Besonders eindrücklich vermittelt sich dies in der Figur des „Selbstabholer“ (2007), die merkwürdig in sich verdreht im Raum steht und ins Leere blickt.<br />
<img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/05/07-selbstabholer_72dpi.JPG" alt="Selbstabholer, 2007. Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin" /><br />
Veronika Veit,  Selbstabholer, 2007.<br />
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin</p>
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		<title>Einfach losrollen oder: Der heitere Sisyphos</title>
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		<comments>http://www.blaueaugen.net/2007/05/08/einfach-losrollen-oder-der-heitere-sisyphos/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 May 2007 14:34:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Svenja Moor</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Erika Arzt &#38; Juan Linares: &#8222;Aber wie soll das gehen, an nichts zu denken?&#8220;, 2007, Videostill
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstler
Ein großer Ball aus durchsichtigem Kunststoff rollt, begleitet und angetrieben von einer Kinderschar, die Straße eines schäbigen Wohnviertels hinab. Es herrscht eine heitere und ausgelassene, von der Lebendigkeit der Kinder und der Neugier der am Straßenrand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/05/arzt_linares.jpg" alt="Erika Arzt &amp; Juan Linares:Aber wie soll das gehen, an nichts zu denken?, 2007, Videostill" /><br />
Erika Arzt &amp; Juan Linares: &#8222;Aber wie soll das gehen, an nichts zu denken?&#8220;, 2007, Videostill<br />
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstler</p>
<p>Ein großer Ball aus durchsichtigem Kunststoff rollt, begleitet und angetrieben von einer Kinderschar, die Straße eines schäbigen Wohnviertels hinab. Es herrscht eine heitere und ausgelassene, von der Lebendigkeit der Kinder und der Neugier der am Straßenrand versammelten Erwachsenen geprägte Stimmung, die sich unmittelbar auf den Zuschauer überträgt. Die Welt hinter der durchsichtigen Membran des Balls, der tatsächlich die Leichtigkeit einer Seifenblase besitzt, erscheint milde und auf fröhliche Weise aus dem Lot gebracht.</p>
<p>Die runde Form, die sich von einer Anhöhe aus mühelos den Weg nach unten bahnt: ein einfaches und universales Bild für die mühelose Verkehrung der Verhältnisse. Denn ist der sich überschlagende Ball nicht Bild einer sich überschlagenen Welt? Es sind die fröhlichen, von Camus nicht beachteten Stunden des Sisyphos. Eigentlich wenig verwunderlich, dass immer wieder Künstler das Bild aufgegriffen haben.</p>
<p>Neben Erika Arzt und Juan Linares, deren Video &#8222;Aber wie soll das gehen, an nichts zu denken?&#8220; derzeit im Rahmen der Ausstellung &#8222;The Intricate Journey&#8220; in der <a href="http://ngbk.de">NGBK</a> zu sehen ist, hat zum Beispiel Claes Oldenburg einen großen weichen Ball hergestellt, Utensil der 1985 in Venedig aufgeführten Performance &#8222;Il Corso del Coltello&#8220; . Der aus bemalter, über ein Aluminiumgerüst gespannter Leinwand bestehende Ball wurde von einem Seil zusammengehalten, unter das aus Schaumstoff geformte Haushaltsutensilien gespannt waren. Die große, gemeinsam mit Coosje van Bruggen und Frank O. Gehry konzipierte Performance thematisierte damals den Kampf rivalisierender Kräfte, wie Tourismus gegen Kultur, Machismo gegen Feminismus, Phantasie gegen Realität. Der &#8222;Houseball&#8220;, den Statisten über die Kanalbrücke ins Arsenale rollten, symbolisierte den Aufbruch in neue Verhältnisse. Unverrückbar und nicht mehr die Spur beweglich dagegen ist der &#8222;Houseball&#8220;, der seit 1997 auf dem Bethlehemkirchplatz in Berlin-Mitte <a href="http://www.oldenburgvanbruggen.com/houseball.htm">steht</a>. Oldenburg griff hier zwar auf das Motiv aus &#8222;Il Corso del Coltello&#8220; zurück; durch die Ausführung in hartem Kunststoff jedoch verlor die Plastik an Lebendigkeit, bei gleichzeitig verlängerter Lebensdauer.</p>
<p>Und auch in Francis Alÿs&#8216; wunderbarer Arbeit &#8222;The Rehearsal 1&#8243;, die 2004  anlässlich seiner Auszeichnung mit dem blueOrange-Preis im Martin-Gropius-Bau und später in Hamburg zu <a href="http://www.hamburger-kunsthalle.de/snafu/seiten/1.htm">sehen</a> war, taucht das Motiv auf. Der Protagonist ist hier ein roter VW-Käfer, der wieder und wieder eine ansteigende Sandpiste zu befahren versucht &#8211; und ein um&#8217;s andere Mal zurückrollt. Der gelöste, heitere Moment im Herunterrollen findet seine Entsprechung im Spiel der Musiker, das im Anfahren geordnet und dynamisch beginnt, um am Scheitelpunkt ins Ungeordnet-Trubelnde umzukippen.</p>
<p>&#8222;Eines Tages saßen wir in unserer Küche in Berlin&#8220;, so Erika Arzt und Juan Linares <a href="http://www.theintricatejourney.info/pages/gb_arztlinares.html">über</a> die 2006 in Kolumbien realisierte Arbeit, &#8222;und betrachteten den Schirm der Küchenlampe, einen runden Ball. Wir begannen über seine Form zu sprechen. Zu einem Ball, so kam es uns vor, hat jeder irgendeine Beziehung. So entsprang schließlich aus dem besonderen Bedürfnis, den Dingen ihren Lauf zu lassen, die einfache Idee, einen Ball einen Hügel Calis hinabrollen zu lassen. In der Hoffnung, einen kollektiven Moment mit seiner eigenen Bedeutung zu inszenieren.&#8220; Das ist gelungen. Ein Stück der Leichtigkeit dieser Arbeit vermittelt die gesamte Ausstellung <a href="http://www.theintricatejourney.info/">The Intricate Journey</a>, die noch bis 17.  Juni in der <a href="http://ngbk.de">NGBK</a> zu sehen ist.</p>
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		<title>Der begehbare Film. Fassbinder: Berlin-Alexanderplatz – Eine Ausstellung</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2007 10:03:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Henninger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>

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		<description><![CDATA[
KW Institute for Contemporary Art, Berlin
Fassbinder: Berlin Alexanderplatz – Eine Ausstellung (18.03. – 13.05.2007), Installationsansicht
Foto: Uwe Walter
Mit der aufwändigen Restauration von Rainer Werner Fassbinders Film „Berlin Alexanderplatz” ist ein Meilenstein der Filmgeschichte wieder zugänglich. Kurz nachdem die restaurierte Fassung, die auf Initiative der Fassbinder Foundation und mit Unterstützung der Bundeskulturstiftung möglich geworden war, auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/04/fassbinder-installationsansicht.jpg" alt="Installationsansicht Fassbinder" border="0" /><br />
KW Institute for Contemporary Art, Berlin<br />
Fassbinder: Berlin Alexanderplatz – Eine Ausstellung (18.03. – 13.05.2007), Installationsansicht<br />
Foto: Uwe Walter</p>
<p>Mit der aufwändigen Restauration von Rainer Werner Fassbinders Film „Berlin Alexanderplatz” ist ein Meilenstein der Filmgeschichte wieder zugänglich. Kurz nachdem die restaurierte Fassung, die auf Initiative der Fassbinder Foundation und mit Unterstützung der Bundeskulturstiftung möglich geworden war, auf der diesjährigen Berlinale im Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungen gezeigt wurde, präsentieren nun die <a href="http://www.blaueaugen.net/www.kw-berlin.de" title="Kunstwerke Berlin">KW</a> das Werk in einer ganz speziellen Weise noch bis zum 13. Mai 2007.</p>
<p> Auf der Pressekonferenz Mitte März ließ der verantwortliche Kurator Klaus Biesenbach verlauten, dass es sich bei Fassbinders Werk nicht um einen „fotografierten“ sondern um einen „konstruierten“ Film handle. Unklar blieb, was genau er damit meinte, doch scheint diese Lesart die Rechtfertigung für die in den KW realisierte installative Darbietung des über fünfzehn Stunden langen Opus. Natürlich ist jeder Film zunächst das Ergebnis eines fotografischen Aktes. Fassbinder ist mit der Verfilmung des Romans von Alfred Döblin, die ursprünglich als Serie für das Fernsehen produziert wurde, etwas ganz Besonderes gelungen: Obwohl, oder gerade weil er fürs Fernsehen produzierte, das ihm zeitlebens besonders am Herzen gelegen hat, hat Fassbinder die Möglichkeiten des Mediums bis an dessen Grenzen ausgereizt. Um die Bilder zu produzieren, die er entlang der Romanvorlage erdacht hat, war ihm jedes Mittel recht: Rauch, Goldglitter, Seidenstrümpfe über Kameraobjektiven. Der Gestaltung des Bildraumes und der Lichtverhältnisse waren keine Grenzen gesetzt. Gestaltungsmöglichkeiten der Filmkunst, wie sie einem wie Fassbinder selbstverständlich waren. So ist es umso erfreulicher, dass mehrere Institutionen nun zusammengearbeitet haben, um erstens eine restaurierte Fassung des Werkes zu erstellen – dies kann man aus rein konservatorischer Sicht nicht genug loben – und zweitens das Werk nach 27 Jahren Sendepause wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Doch genau an dieser Stelle wird es schwierig.</p>
<p>Ziel der Ausstellung in den KW ist nicht etwa eine musealisierte Wiedergabe von Fassbinders Film, sondern u. A. das Aufzeigen seiner Wirkung auf Künstler wie Matthew Barney, Douglas Gordon, Doug Aitken oder Jeff Wall. Die hier vorgelegte Inszenierung des Fassbinder&#8217;schen Opus versucht abgesehen davon etwas ganz Verwegenes, nämlich den Film über eine aufwändige Inszenierung über sich hinaus wachsen zu lassen. Aber ist Fassbinders Leistung zu übertreffen? Hat es der Film nötig, in Form einer begehbaren Skulptur präsentiert zu werden? Diese Frage muss mit einem entschiedenen Nein beantwortet werden.</p>
<p>In einer hofartigen Situation werden in der großen Ausstellungshalle der KW die Bilder aus den einzelnen Vorführräumen zusammengeführt. Stellt man sich hier hin, so lassen sich die einzelnen Folgen des Films simultan wahrnehmen. Wie ein Voyeur blickt man in einzelne Fenster hinein, doch statt in einen Innenraum, fällt der Blick jeweils auf einen Monitor, weit größer als ein Fernsehbildschirm. In diesen u-förmig um den Hof angelegten Vorführkabinen werden die einzelnen Folgen des Films separat präsentiert. Allerdings evoziert deren Architektur und Anlage weniger „eine intime Fernsehsituation“ (Biesenbach) als das typische Gefühl beim Betreten eines Kinos: Man tritt ein, der Film läuft bereits, es ist stockdunkel und man wünscht sich nichts sehnlicher als einen freundlichen Platzanweiser, der einem mit der Taschenlampe den Weg zum Sitz leuchtet.<br />
Dass der Verweis oder Bezug zum ursprünglichen Fernsehformat in dieser Anordnung komplett fehlt, liegt vielleicht auch daran, dass sich die Filmhistoriker uneins sind, ob es sich bei „Berlin Alexanderplatz” um einen Fernsehfilm oder eher um eine verhinderte Kinoproduktion handelt. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, diese Frage aufzugreifen, um wenigstens einen der filmhistorisch relevanten Gesichtspunkte in der Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Werk Fassbinders aufzugreifen. Auch wenn die Darbietung des Films insgesamt etwas effekthascherisch erscheint, so lässt sich in ihr doch eine Reflexion über die Möglichkeiten der Vermittlung von Medienkunst an ein breites Publikum erkennen.</p>
<p>Ein echtes Highlight am Rande der Ausstellung ist eine begehbare Box im Eingangsbereich, in der man der Stimme Fassbinders beim Vorlesen des Drehbuchs lauschen kann. Der unten in der großen Ausstellungshalle gezeigte Über- und Umbau, den Biesenbach dem Werk in seiner Inszenierung angedeihen lässt, steht einer sensiblen und unaufgeregten Auseinandersetzung mit Film Fassbinders eher im Wege.</p>
<p>Wir begeben uns deshalb während der Ausstellungsdauer ab und an in den Keller der Kunstwerke, wo der Film ganz einfach über Beamer gezeigt wird. Das einmal erworbene Ticket erlaubt es uns nämlich freundlicherweise, jederzeit wiederzukommen.</p>
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		<title>Blüten, die der Kunstmarkt treibt</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Mar 2007 20:34:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Henninger</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Geblättert &amp; gelesen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Gern bespiegeln sich der Kunstmarkt und die für sein reibungsloses Funktionieren nötigen Organe selbst. Was dabei herauskommen kann, zeigt ein im September 2006 bei Knesebeck erschienener, reich bebildeter Katalog mit dem Titel &#8222;Kunst Station Berlin&#8220;. Die Texte darin stammen von Mark Gisbourne, die Fotos von Jim Rakete und Klaus Biesenbach lieferte das Vorwort. In der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/03/veilchen_blau.jpg" alt="Veilchen" border="0" /></p>
<p>Gern bespiegeln sich der Kunstmarkt und die für sein reibungsloses Funktionieren nötigen Organe selbst. Was dabei herauskommen kann, zeigt ein im September 2006 bei Knesebeck erschienener, reich bebildeter Katalog mit dem Titel &#8222;Kunst Station Berlin&#8220;. Die Texte darin stammen von Mark Gisbourne, die Fotos von Jim Rakete und Klaus Biesenbach lieferte das Vorwort. In der Art eines Hochglanzmagazins aufgemacht stellt der Band &#8222;emerging artists&#8220; aus Berlin vor. Natürlich fehlt in den wenigsten Fällen der Verweis auf die Galerien, die den jeweiligen Künstler vertreten. Ein Buch für echte Kunstliebhaber also, denn der Bildband liefert zum neu erworbenen Kunstwerk gewissermaßen die Homestory mit Bildstrecke: ein paar putzige Fotos aus dem echten Künstlerleben, großformatige Portraits zum Beispiel von Cornelia Renz, Martin Eder, Jonathan Meese oder Norbert Bisky teilweise vor den immer wieder gern gezeigten und mittlerweile weltbekannten, bröckelnden Berliner Fassaden. Ganz in diesem Sinne werden im Vorwort alle bekannten Klischees von der aufstrebenden Kunststadt Berlin referiert, wie das von den billigen Ateliers und dem unkonventionellen Berliner Leben.</p>
<p>Damit gestattet das Werk einen eindrucksvollen, wenn auch entlarvenden Blick auf die allgegenwärtigen Mechanismen des Kunstmarktes. Die Liste der vorgestellten Künstlerinnen und Künstler birgt demgemäß auch kaum Überraschungen.</p>
<p>Mark Gisbourne/Ulf Meyer zu Küingsdorf/Jim Rakete: Kunst Station Berlin, Knesebeck Verlag, 35 €</p>
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		<title>Sexwork III: Klischees und Wirklichkeiten im Haus am Kleistpark</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2007 19:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Saskia Pütz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>

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Judith Siegmund: Fremde Freier, 2004, Video.
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin.
Mit dem Verhältnis von „Klischees und Wirklichkeiten&#8220; befasst sich der dritte Ausstellungsteil von „Sexwork&#8220; im Haus am Kleistpark. Das umfangreiche Informationsmaterial, das die Ausstellung begleitet, reflektiert die Realität sowie das öffentliche Bild derer, die ihren Lebensunterhalt in der gesellschaftlichen Grauzone verdienen. Auf theoretisch anspruchsvollem Niveau werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/03/fremdefreier01.jpg" style="width: 380px; height: 293px" alt="Judith Siegmund Fremde Freier 2004" border="0" height="293" width="380" /><br />
Judith Siegmund: Fremde Freier, 2004, Video.<br />
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin.</p>
<p>Mit dem Verhältnis von „Klischees und Wirklichkeiten&#8220; befasst sich der dritte Ausstellungsteil von „Sexwork&#8220; im <a href="http://www.hausamkleistpark-berlin.de/" target="_blank">Haus am Kleistpark</a>. Das umfangreiche Informationsmaterial, das die Ausstellung begleitet, reflektiert die Realität sowie das öffentliche Bild derer, die ihren Lebensunterhalt in der gesellschaftlichen Grauzone verdienen. Auf theoretisch anspruchsvollem Niveau werden darin neue Sichtweisen auf ein altes, von Metaphern und Vorurteilen verstelltes Thema eröffnet. Die Motivation der Freier wird ebenso untersucht wie die juristische Situation der Prostitution in Europa, die Frage nach einem neuen Massensextourismus sowie der Zusammenhang von Prostitution und nationaler Ökonomie. Die Arbeiten innerhalb der Ausstellung führen die Untersuchung dieser Themen fort. Es ist das erklärte Ziel der Kuratorinnen und Kuratoren, „Darstellungsweisen zu präsentieren und zu untersuchen, welche die gängigen Klischees von Viktimisierung und Mystifizierung von Prostituierten vermeiden und voyeuristische Betrachtungsweisen in Frage stellen.&#8220;[1]</p>
<p>Entsprechend hat die Arbeitsgruppe der NGBK, von denen einige Mitglieder mit eigenen Werken in der Ausstellung vertreten sind, sich überwiegend für Arbeiten entschieden, die einen ähnlich distanzierten, betont wertneutralen Standpunkt vertreten wie die wissenschaftlichen Beiträge. So besteht ein Teil der ausgestellten Kunstwerke aus Materialerhebungen: Gabriele Horndasch sammelte 600 Synonyme für das Wort „Prostituierte&#8220; und Katharina Kaiser vollzieht in einem Bilderatlas in über 200 kulturhistorischen Abbildungen die visuelle Prägung unserer Vorstellungen von Prostituierten nach. Andere nähern sich dem Thema in Form dokumentarischer Aufnahmen, wie beispielsweise die Arbeiten von Anna Nizio, Judith Siegmund, Cristiano Berti, oder Clara S. Rueprich. In den meisten dieser Film-, Foto- und Videoarbeiten kommen die Betroffenen selbst zu Wort oder ins Bild. Allerdings steht dem Betrachter nie ein konkretes Ich gegenüber, sondern immer ein verfremdetes: Stimmen, die aus dem Off oder von Personen kommen, die dem Ausstellungsbesucher lediglich eine Rückenansicht bieten, Sprachen, die zumindest einem Großteil der Ausstellungsbesucher fremd sind, Standbilder, die Bewegungen fragmentieren sowie Orte, die verlassen wurden, kurzfristig oder für immer.</p>
<p>Die Leerstelle ist das Hauptmerkmal der primär dokumentarischen Arbeiten. Die Aussparungen geben den Vorstellungen des Betrachters Raum und legen durch ihre Brüche die gewohnten Sehweisen bloß.</p>
<p>Um den unscharfen Bereich dessen, was aus der sozialen Ordnung ausgegrenzt wird, sowie die Mechanismen der bewussten Aufrechterhaltung dieser Ausgrenzung zu thematisieren, bedarf es eines neuen Modus des Sprechens jenseits des vorhandenen, vorgeformten Vokabulars. Ein Großteil der im Haus am Kleistpark gezeigten Arbeiten hat sich für eine dokumentarische Sprache mittels neuer Medien entschieden. Ihr Umgang mit dem Thema erinnert stark an Fernsehreportagen. Eine spezifisch künstlerische Bearbeitung kommt dagegen in den meisten Arbeiten weniger zum Ausdruck. Neutralität, Zurückhaltung in der Gestaltung und ein Vertrauen in die Wirksamkeit des Faktischen prägen die Werke. Als Gesamteindruck vermitteln die gezeigten Arbeiten die Schwierigkeit, neues Terrain auf einem alten, mit Klischees überwucherten Boden zu betreten. Die hinter der Ausstellung stehende Frage, wie man künstlerisch dieses komplexe Thema bearbeiten kann, bleibt zu großen Teilen unbeantwortet.</p>
<p>[1] Presseinformation der NGBK zur Ausstellung „Sexwork. Kunst Mythos Realität&#8220;.</p>
<p><font face="Arial" size="2"></font><font face="Arial" size="2"></font><font face="Arial" size="2"></font></p>
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		<title>Geschüttelt, nicht gerührt</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Feb 2007 10:31:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Svenja Moor</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kleine feine Ausstellung ist derzeit in der Galerie Barbara Thumm zu sehen. Bettina Allamoda hat vier weitere Künstler eingeladen, deren übergeordnetes Thema Verwertungsstrategien sind. &#8222;Shake Your Money Maker&#8220; ist nicht nur der Titel von Allamodas achtteiliger &#8222;Flipchart Series&#8220;, sondern auch der gesamten Präsentation mit Beiträgen von Olaf Nicolai, Jens Haaning und Helmut &#38; Johanna [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine kleine feine Ausstellung ist derzeit in der <a href="http://www.bthumm.de/">Galerie Barbara Thumm</a> zu sehen. Bettina Allamoda hat vier weitere Künstler eingeladen, deren übergeordnetes Thema Verwertungsstrategien sind. &#8222;Shake Your Money Maker&#8220; ist nicht nur der Titel von Allamodas achtteiliger &#8222;Flipchart Series&#8220;, sondern auch der gesamten Präsentation mit Beiträgen von Olaf Nicolai, Jens Haaning und Helmut &amp; Johanna Kandl.</p>
<p><img src="http://www.blaueaugen.net/wp-content/uploads/2007/02/kandl_3.jpg" alt="Helmut &amp; Johann Kandl: Everyone wants to be fed" border="0" /><br />
Helmut &amp; Johanna Kandl: Everyone wants to be fed, 2007, Video/DVD<br />
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstler/Galerie Barbara Thumm</p>
<p>Von Georg Simmel stammt der scharfsinnige Satz <a href="http://socio.ch/sim/pdg51.htm">&#8222;Indem man mit Geld bezahlt hat, ist man mit jeder Sache am gründlichsten fertig (&#8230;)&#8220;.</a> Wenn der Kauf das Ende der Verwertungs- und der Deutungskette markiert, kann die künstlerische Adaption die Rückführung in den Diskurs um die Bedeutung leisten. Welche Möglichkeiten sich dadurch bieten, zeigt die Ausstellung exemplarisch.</p>
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