Parallel zum Artforum 2007 eröffnete in der Invalidenstrasse in Mitte die Galerie duvekleemann, die vor allen Dingen junge Künstler, die bisher noch nicht von einer Galerie vertreten wurden, im Programm hat. Birte Kleemann und Alexander Duve betreiben den neuen Ort, an dem es auch Konzerte und Lesungen geben soll, gemeinsam.

Absoluter

Martin G. Schmid: Absoluter, Mixed Media on Paper, 86,4 x 199 cm, 2007, courtesy duvekleemann, berlin

1. Welche Ziele verfolgt duvekleemann?

Ziel ist es, junge, innovative und progressive Künstlerpositionen aufzuspüren und diesen eine Plattform in Berlin zu bieten, um sich der Kunstwelt zu präsentieren. Es gibt immer noch extrem talentierte und interessante junge Künstler, die keine Galerievertretung haben und ambitionierte Sammler, die auf der Suche nach Neuem und Unentdecktem sind – diesen Gruppen fühlen wir uns verpflichtet. Wir haben aber auch unsere persönlichen Ziele. Wir wünschen uns, einfach so erfolgreich zu sein, dass wir die Galerie viele Jahre vorwärts treiben können und national, wie auch international zeigen zu können, was Berlin für ein interessantes Galerieprogramm anzubieten hat.

2. Ist duvekleemann eine Galerie, ein Projektraum, eine Produzentengalerie, oder…?

duvekleemann berlin ist im Grunde genommen eine klassische Galerie. Wir vertreten Künstler wie Martin G. Schmid, Ali Kepenek, Sarah Oppenheimer, Jen de Nike… und planen gerade ein Projekt mit The Bruce High Quality Foundation aus Brooklyn New York.
Unser Programm umfasst alle Medien von Malerei, Zeichnung, Skulptur, bis hin zu Fotografie und Video, wobei die Galerie aber auch einen Schwerpunkt auf weiterführende Veranstaltungen legt. duvekleemann berlin organisiert Performance- und Lesungsreihen und wird auch kleinere Konzerte von Punk bis Elektro realisieren, die so in spezieller Weise die wachsende Berliner- und auch internationale- Kunstszene reflektieren.

3. Warum jetzt und warum hier?

Die Zeit war einfach gekommen. „Für mich war es schon immer klar, dass ich früher oder später den Schritt ins Galerieleben wagen werde. Es hat nur eine Weile gedauert. Und da Birte auch an einem Punkt angekommen war, an dem Sie sich die Frage stellte, was die Zukunft noch bringen kann, war es für uns beide einfach der richtige Schritt ein gemeinsames Ding zu machen.“ (Alexander Duve)

Warum hier? Ganz einfach. In Berlin ist das Umfeld gegeben, wie nirgendwo sonst. Die Stadt pulsiert, sie lebt und verändert sich fortgehend. Nur so kann ein spannendes Umfeld entstehen und sich weiter entwickeln. Auch der kreative Output entwickelt sich mit den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen der Stadt immer weiter. Zudem sind die Künstler hier, die Galerien auch, und nur so macht es wirklich Spaß. Eine Eröffnung, zu der niemand kommt, ist doch auch langweilig. Und extra woanders hinzufahren, um zu einer Eröffnung zu kommen, kann mit der Zeit auch recht nervig werden.

4. Eine Website, die Sie besonders gern besuchen?

„Also ich schau ja immer wieder gerne bei www.artloversnewyork.com vorbei. Da bleibt man immer auf dem Laufenden, was gerade in der NYer Kunstszene abgeht. Und auch immer wieder verführerisch etwas zu verweilen ist die Seite: www.tinyvices.com Dort gibt es etliche Kuriositäten, aber auch immer wieder interessante Künstler zu finden.“ (Alexander Duve)

„Ich mag auch die blogs von www.painternyc.blogspot.com und für Berlin ganz klassisch den www.kunst-blog.com.“ (Birte Kleemann)

5. Ihr schönstes Berlin-Erlebnis?

Das ist wirklich eine schwierige Frage, bei so vielen tollen Erlebnissen. Ich glaube eines der tollsten war wirklich der Zuspruch, den wir bei unserer Galerie-Eröffnung erfahren hatten – über den ganzen Abend waren an die 450 Besucher da und das war schon ganz schön überwältigend!

„Ach ja und beim Champions League Spiel Schalke gegen Trondheim im Schmittz auf der Torstraße – die Atmosphäre war mindestens so genial wie in der Veltins Arena auf Schalke. Ca. 40 Schalker haben die gesamte zweite Halbzeit gesungen. Wahnsinn!“ (Alexander Duve)

„Ich liebe die off-Orte in Berlin, seien es die Gärten der Welt in Marzahn hinter der Allee der Kosmonauten oder einfach der türkische CD-Laden am Kotti, um dort das neueste Sezen Aksu Album zu kaufen, oder die Ringbahn einmal um Berlins „Rückseite“ an einem regnerischen lahmen Montag…die Staatsoper… Berlin eben.“ (Birte Kleemann)

Die nächste Ausstellung, mit Arbeiten des in Berlin lebenden Martin G. Schmid, wird morgen, den 15. November 2007 um 18:00 Uhr eröffnet:

Martin G. Schmid NEUTAUSEND
15. November bis 21. Dezember 2007
Eröffnung: 15. November, 2007; 18:00 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag; 11:00 – 18:00 Uhr

Galerie duvekleeman berlin
Invalidenstrasse 90
10115 Berlin