Die Berliner Galerienszene differenziert sich weiter aus. Ab 1. September 2007 gibt es Realace in der Wilhelmstraße 138 in Kreuzberg. Der Ort wird am Samstag den 1. September um 18:00 Uhr mit einer Ausstellung von Stephen Craig eröffnet. Wir stellten vorab fünf Frage an Edzard Brahms von Realace Fine Arts.

Stephen Craig, Kassen-Karussell, 2007
Stephen Craig, Kassen-Karussell, 2007, lackiertes Holz, Glas, 112 x 245 x 245 cm

1. Welche Ziele verfolgt Realace?
Im unvermeidlichen Prozess der Spezialisierung übernehmen heute das Gestalten und Investieren in unserer Lebensumwelt eine Vielzahl von alten und neuen Professionen, die sich aber zum Großteil in ihrem Verständnis untereinander entfremdet haben. Wir verstehen uns als Mittler und Bindeglied zwischen den Professionen aus Kunst, Architektur, Stadtplanung und Immobilienwirtschaft. Die beiden gegensätzlichen Geschäftsbereiche FINE ARTS und REAL ESTATE DEVELOPMENT bilden den Ausgangspunkt für unsere Tätigkeit. In ihrer Überschneidung ergibt sich die Chance neuartige Lösungen für die Entwicklung und Vermarktung von Wohn-, Arbeits-, Freizeit- und Kulturräumen zu liefern.

2. Ist Realace eine Galerie, ein Projektraum, eine Produzentengalerie, oder…?
REALACE FINE ARTS ist eine Galerie im klassischen Sinne. Die vertretenen Künstler verbindet eine intensive Beschäftigung mit dem spezifischen Ort und einer raumbezogenen Thematik, von der konkreten Entwicklung von Architekturen, der theoretischen Auseinandersetzung mit Raum bis hin zur Intervention durch Malerei, Installation und Video.
Ein zweiter Geschäftsbereich REALACE DEVELOPMENT zielt auf die konkrete Umsetzung von Projekten in der Verbindung von Kunst und Immobilienwirtschaft.

3. Warum jetzt und warum hier?
Als Standort ist eine Büroimmobilie am Übergang von Berlin Mitte und Kreuzberg gewählt. Es ist ein Umfeld mit einem unausgeschöpften Entwicklungspotential und großstädtischer Struktur. Die weit verbreitete Investorenarchitektur der unmittelbaren Nachwendezeit fordert uns zur Auseinandersetzung mit der funktionsoptimierten Büroetage der 90er und 00er Jahre inhaltlich wie praktisch heraus. Der Ort wird als Experimentierfeld verstanden, in dem neben regelmäßigen umfangreichen Ausstellungen junger Gegenwartskunst, programmatische Raumkonzepte entwickelt werden. Der Ort möchte zur Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Kunst und Immobilie einladen.

4. Eine Website, die Sie besonders gern besuchen?
www.sils.ch – ein kurzer Blick ins Wetter der Alpen bringt den nötigen Abstand zum alltäglichen Tun zwischen Kunst und Telefon, Stadt und Computer.

5. Ihr schönstes Berlin-Erlebnis?
Immer noch das private Familienglück.