Schimmlige Orange
Originalbild: diddi, Bearbeitung: Svenja Moor

Gerade einmal zweimal wurde er vergeben: der „blueOrange“, der „höchstdotierte Preis für bildende Kunst in Deutschland“. 77.000 Euro Preisgeld, davon 70.000 Euro in die Taschen des Preisträges (2004 war dies Francis Alÿs, 2006 Gabriel Orozco) und 7.000 in Form eines Nachwuchspreises an einen vom Preisträger bestimmten weiteren Künstler.

Reichte die damit eingeheimste mediale Aufmerksamkeit, um sich nunmehr mit einer etwas kleineren Ausgabe zu bescheiden? Ein bisschen schwer fällt es einem schon, der Argumentation der Auslober, der Volks- und Raiffeisenbanken zu folgen und die Vorteile des neuaufgelegten, nunmehr „blauOrange“ genannten Preises zu erkennen: Zwar soll er jetzt jährlich vergeben werden, aber das auf 10.000 Euro abgesenkte Preisgeld verweist ihn aus den Top Ten der internationalen Kunstpreise ins unüberschaubare Dickicht der in Deutschland jährlich vergebenen Unternehmens-Kunstpreise.

Statt an blühende Orangen denkt man da eher an Fallobst. Was auch immer den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben hat, eins ist sicher: eine Erfolgsmeldung klingt anders.