Versteck, 2006, Installationsansicht. Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin
Veronika Veit, Versteck, 2006, Installationsansicht.
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin

Am vergangenen Samstag ging die Ausstellung Wake-Up Call zu Ende, die bereits die zweite Einzelausstellung ist, die Upstairs Berlin für Veronika Veit ausrichtete und die sechs neue Werke umfasste.

Verschiedene Sounds füllen den Raum und gehen Hand in Hand mit einer Strategie der Verschiebungen, mit der Veronika Veit auf unterschiedlichen Ebenen in den Raum eingreift, sei es durch die Miniaturisierung des von ihr verwendeten Personals oder durch Treppen, die offensichtlich nirgendwohin führen.

Ein deutlicher Bezug zur Architektur zeigt sich auch in den meisten aktuellen Arbeiten der Künstlerin. Oft ist die weiße Wand der Bezugspunkt, wie beispielsweise in „Versteck“ von 2006. Unter einer Treppe, die an der Wand befestigt ist und zu einer Tür hinaufführt, liegt eine leicht zusammengestauchte Matratze. Aus Lüftungsschächten in Bodennähe, die täuschend echt aussehen, scheint Luft zu strömen, die zwei Papierfetzen auf einer Falltür zum Tanzen bringt. Alles Illusion, denn es gibt gar kein Papier sondern nur ein hierhin projiziertes Bild, das von einem Beamer stammt und über einen ebenfalls unter der Treppe befestigten Spiegel auf die Falltür umgelenkt wird. Alles ist um die Ecke gedacht.

Die Verbindung der skulpturalen- bzw. installativen Elemente mit den Computeranimationen ist an dieser Stelle sehr geglückt, was auf andere Werke in der Ausstellung, wie beispielsweise „Whirlpool“ nicht ohne weiteres zutrifft.
Whirlpool, 2006, Installationsansicht. Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin
Veronika Veit, Whirlpool, 2006, Installationsansicht.
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin

Hier ist die Animation, die sich unter dem dicken, künstlichen Schaumgebirge versteckt, seltsam abgekoppelt vom Rest der Installation: den melancholisch dreinblickenden Damen im Bikini, jede mit einer Schwimmbrille ausgestattet, die einer schwerfälligen Prozession gleich eine Treppe hinaufsteigen und von hier oben in den viel zu kleinen Whirlpool blicken. An dieser Anordnung fesselt besonders das Material, aus dem die Künstlerin die Figuren detailgenau gestaltet und ihnen dadurch ein unheimliches Eigenleben einhaucht. Bei vielen der Arbeiten packt den Betrachter unvermutet ein Grauen und ein Unbehagen, das sich so leicht nicht erklären lässt. Ob bewusst oder nicht, die Künstlerin scheint sich den Strategien des Horrorgenres zu bedienen. Hier gelten zwar die Gesetzte des Alltags, doch werden über Verschiebungen auf unterschiedlichen Ebenen und ein Ausloten von Ausnahme und Regel Affekte erzielt, die beim Betrachter Unbehagen und Angst auslösen. Besonders eindrücklich vermittelt sich dies in der Figur des „Selbstabholer“ (2007), die merkwürdig in sich verdreht im Raum steht und ins Leere blickt.
Selbstabholer, 2007. Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin
Veronika Veit, Selbstabholer, 2007.
Alle Rechte vorbehalten: Die Künstlerin