Veilchen

Gern bespiegeln sich der Kunstmarkt und die für sein reibungsloses Funktionieren nötigen Organe selbst. Was dabei herauskommen kann, zeigt ein im September 2006 bei Knesebeck erschienener, reich bebildeter Katalog mit dem Titel „Kunst Station Berlin“. Die Texte darin stammen von Mark Gisbourne, die Fotos von Jim Rakete und Klaus Biesenbach lieferte das Vorwort. In der Art eines Hochglanzmagazins aufgemacht stellt der Band „emerging artists“ aus Berlin vor. Natürlich fehlt in den wenigsten Fällen der Verweis auf die Galerien, die den jeweiligen Künstler vertreten. Ein Buch für echte Kunstliebhaber also, denn der Bildband liefert zum neu erworbenen Kunstwerk gewissermaßen die Homestory mit Bildstrecke: ein paar putzige Fotos aus dem echten Künstlerleben, großformatige Portraits zum Beispiel von Cornelia Renz, Martin Eder, Jonathan Meese oder Norbert Bisky teilweise vor den immer wieder gern gezeigten und mittlerweile weltbekannten, bröckelnden Berliner Fassaden. Ganz in diesem Sinne werden im Vorwort alle bekannten Klischees von der aufstrebenden Kunststadt Berlin referiert, wie das von den billigen Ateliers und dem unkonventionellen Berliner Leben.

Damit gestattet das Werk einen eindrucksvollen, wenn auch entlarvenden Blick auf die allgegenwärtigen Mechanismen des Kunstmarktes. Die Liste der vorgestellten Künstlerinnen und Künstler birgt demgemäß auch kaum Überraschungen.

Mark Gisbourne/Ulf Meyer zu Küingsdorf/Jim Rakete: Kunst Station Berlin, Knesebeck Verlag, 35 €